Jüngere Eisenzeit (Latènekultur): 400 - 15 v. Chr.

Raum 1, Vitrine 8b

Die Kelten mit der ihnen eigenen Kultur und Kunst haben in weiten Teilen Europas diesen Zeitabschnitt geprägt (die jüngere Eisenzeit wird nach einem wichtigen schweizerischen Fundort am Neuenburger See auch Latènekultur genannt). Neben dem auf ihren Wanderungen verbreiteten keltischen Volkstum übernahmen auch viele einheimische Kulturen keltische Eigenheiten und Modeerscheinungen (Waffen, Verwendung der Drehscheibe etc.).

In Bernhardsthal (Fundstellenkarte: 7) gibt es aus dieser Zeit allerdings nur spärliche Hinterlassenschaften, wie ein inmitten des jüngeren slawischen Friedhofes in der Flur Heidfleck angetroffenes Mittellatènegrab (Fundstellenkarte: 14). In der Vitrine 8b befindet sich ein mittellatènezeitliches Drehscheibengefäß, zwei Eisenlanzenspitzen, ein Bronzearmreifbruchstück und ein Mahlstein (bei allen näheren Fundortangaben fraglich). Die „spätlatènezeitlichen” Kammstrichtopfreste kamen im Bereich der germanischen Siedlung „Feldl”, in der Flur Aulüssen zutage, ebenso der Hüttenlehm (siehe dazu auch das Foto einer rekonstruierten eingetieften Hütte vom Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya an der Rückwand der Vitrine).

2013 erwies sich, dass das Mittellatènegrab einen Hinweis auf eine Siedlung dieser Zeit und auf einen größeren Friedhof mit mindestens 4 Grabgärten gab. Der erforschte Grabgarten war eine Doppelanlage, einmal rund, einmal quadratisch, 14 x 14 m groß. Genau in der Mitte des Grabgartens lag, nicht erwartet, ein slaw. Kindergrab. Eine weitere Latènesiedlung lag am Südrand der Erlwiese.

 

Unseren Rundgang in Raum 1 wollen wir mit einem Blick auf den letzten barocken Grabstein (19) des Bernhardsthaler Friedhofs, rechts neben Vitrine 3, abschließen, der 1725 einem Ratsherrn zu Bernhardsthal gesetzt worden war:

„Alhier Ruhet in
Gott der Ehrngeachte
Herr Caspar Bittman.
So gestorben den 18. November
1725. Alt 75 Jahr.
Gott sey Ihm genädig!”