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Ahorn

Acer

Allgemeines: Zur Gattung Ahorn gehören ca 110 Arten, die zur Unterfamilie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae) innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) zählen. Damit gehört der Ahorn zu den Laubbäumen und ist fast überall auf der Welt zu finden. Er ist in Europa, Nordafrika, Eurasien sowie Zentral- und Nordamerika heimisch.

Seit den Eiszeiten sind in Europa nur noch wenige Ahornarten heimisch. Um den Bernhardsthaler Teich wachsen der Spitz-Ahorn (Acer platanoides), Feld-Ahorn (Acer campestre), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und verschiedene Zuchtformen und Hybride. Als amerikanischer Zuwanderer (Neophyt) ist der Eschen-Ahorn zu erwähnen.

Ahorne sind zweihäusig. Die Blüten sind im Prinzip zwittrig, wobei an einzelnen Blüten desselben Baumexemplars die männlichen oder die weiblichen Anlagen unterdrückt sein können.

Die Blüten des Ahorns hängen in kleinen, gelblich - grünen Doldentrauben zusammen. Beim Berg-Ahorn sind die Blüten sogar in der Anzahl recht hoch und in Traubenform, wegen der Farbe allerdings recht unauffällig. Die Blüten besitzen die gleiche Farbe wie die Blätter des Baumes.

Die Früchte des Baumes werden Spaltfrüchte genannt und fallen als Nussfrüchte vom Baum. Man erkennt sie leicht an ihrem Flügel, welcher zur Autorotation beim Herunterfallen führt. Durch die Rotation fallen die Früchte langsamer zu Boden und können so die Samen durch den Wind großflächiger verteilen. Dies dient zum Forttransport des Samens aus der Nähe des Elternbaumes.

In Nordamerika ist der Zucker-Ahorn (Acer saccharum) heimisch. Nach Vorbild der Laubblätter wurde das Ahornblatt auf der kanadischen Flagge gestaltet, daher spricht man von dem Holz auch als kanadischer Ahorn. Der Zucker-Ahorn ist aber auch offizieller Staatsbaum der US-Bundesstaaten New York, Vermont, West-Virginia und Wisconsin. Der Baum wird zur Gewinnung von Zuckersaft in Form des Ahornsirup verwendet.

Spitz-Ahorn, Acer platanoides

Merkmale: Sommergrüner Baum mit einer Wuchshöhe von 2530m.

  • Rinde: an älteren Bäumen feinrissig, dunkelgrau, nicht abblätternd, mit feinem Leistenmuster überzogen, Knospen länglich oval und ziemlich dick.
  • Blätter: alle gegenständig, langgestielt, ziemlich regelmäßig 5-lappig, einzelne Lappen zum Grunde hin kleiner werdend, vorne abgerundet und mit undeutlichen Zähnen, oberseits matt grün, unterseits etwas heller. Blattstiel mit Milchsaft (wenn man nicht genau hinsieht und nicht auf den Stamm achtet, kann man Blätter des Spitz-Ahorns mit Platanen Blättern verwechseln – daher das Art-Epitheton: platanoides), Herbstlaub gelb.
  • Blüten: Zahlreich in aufrechten, rispigen Blütenständen, die lange vor dem Austrieb aufblühen und erst nach der Belaubung verschwinden. Es kommen sowohl zwittrige als auch eingeschlechtige weibliche und männliche Blütenstände vor. Oft – aber nicht immer – sind die Geschlechter auf verschiedene Individuen verteilt – die Geschlechterverteilung ist also unvollständig zweihäusig. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Hummeln und andere Insekten.
  • Früchte/Samen: Die Früchte des Spitz-Ahorns sind paarweise geflügelte Nüsschen. Die Flügel sind stumpfwinkelig bis waagerecht abstehend.

Verbreitung: Überall in Europa verbreitet und häufig angepflanzt. Ursprüngliche Vorkommen sind selten geworden. An seinem ursprünglichen Standorten gilt der Baum als wichtiger Klimazeiger für nacheiszeitliche Vegetationsentwicklung.

Feld-Ahorn, Acer campestre

Merkmale: Der Feldahorn wächst meistens als sommergrüner Strauch und nur unter günstigen Bedingungen als Baum.

  • Rinde: Die Rinde ist braun-grau und netzrissig. An den Ästen befinden sich oft Korkleisten (gutes Erkennungsmerkmal).
  • Blätter: sind viel kleiner, als die anderer einheimischer Arten, ebenfalls 5-lappig aber undeutlicher ausgeprägt als bei anderen Ahornarten.
  • Blüten: erscheinen zusammen mit den Blättern in unscheinbaren, gelblich-grünen Rispen. Die Bestäubung findet durch Bienen, Hummeln und andere Insekten statt.
  • Früchte/Samen: Der Feldahorn ist einhäusig, dabei werden in der einzelnen Blüte zu einem frühen Entwicklungszeitpunkt zunächst beide Geschlechter angelegt (weiblich: Fruchtblätter, männlich: Staubblätter) und erst später differenziert sich das Geschlecht heraus. So kommen auf einer Pflanze männliche und weibliche Blüten vor, meist sogar im selben Blütenstand. Die Blüten stehen in aufrechten rispigen oder traubigen Blütenständen zusammen. Die Spaltfrüchte bestehen aus zwei graufilzigen Nüsschen mit zwei fast waagrecht abstehenden Flügeln.

Verbreitung: Überall in Europa verbreitet, selten angepflanzt ein häufig vorkommendes und wichtiges Flurgehölz.

Berg-Ahorn, Acer pseudoplatanus

Merkmale: Sommergrüner Baum mit einer Wuchshöhe von 8-30m. Blühfähig (mannbar) ist der Berg-Ahorn erst im Alter von 25 bis 40 Jahren.

  • Rinde: Die glatte Rinde an den Zweigen ist hell-braun-grau und es sind Lentizellen vorhanden. Die dunkelgraue Borke ist schwachborkig und blättert im fortgeschrittenen Alter schuppig bis plattig ab. Das Aussehen des Stamms ist dann platanenähnlich.
  • Blätter: Die Laubblätter sind gegenständig angeordneten. Der Blattstiel enthält keinen Milchsaft. Die bis etwa 20 Zentimeter lange und meist 10 bis 15 (8 bis 20) Zentimeter breite Blattspreite ist fünflappig, wobei die mittleren drei Blattlappen voll ausgebildet sind. Im Vergleich zum Spitz-Ahorn sind die Blattlappen des Berg-Ahorns kürzer zugespitzt und die Spitzen der Blattlappen nicht in langen, schmalen Zipfeln ausgezogen. Die einzelnen Blattlappen treffen im spitzen Winkel aufeinander. Die Blattspreite ist am Stielansatz eingezogen. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und die Unterseite ist hell-graugrün bis leicht purpurfarben gefärbt. Die Blattspreite ist auf den Blattadern und in den Nervenwinkeln leicht behaart. Der Blattrand ist gesägt bis unregelmäßig gekerbt. Die handförmig gelappten Blätter ähneln denen der Platane, worauf das Artepitheton pseudoplatanus hinweist. Die Laubblätter der Wildform färben sich im Herbst intensiv goldgelb.
  • Blüten: Die Blüten sind im Prinzip zwittrig, wobei an einzelnen Blüten desselben Baumexemplars die männlichen oder die weiblichen Anlagen unterdrückt sein können.
  • Früchte/Samen: Die Früchte sind Spaltfrüchte, bei denen bis zur Reife die beiden Nüsschen zusammenhängen. Die kugeligen Flügelnüsse besitzen jeweils einen Flügel. Die beiden Flügel der Spaltfrucht sind deutlich spitzwinklig zueinander angeordnet (Unterscheidung zu den anderen Ahornarten Mitteleuropas). An den Fruchtschalen befinden sich innen lange, silberweiße Haare.

Verbreitung: In Mitteleuropa ist er die häufigste Ahornart und wird häufig angepflanzt. Ursprüngliche Vorkommen sind selten geworden. An seinem ursprünglichen Standorten gilt der Baum als wichtiger Klimazeiger für nacheiszeitliche Vegetationsentwicklung.

Die so genannten „Ahornböden“ auf Almwiesen sind durch Förderung des Berg-Ahorn durch den Menschen entstanden. Zwei besonders schöne Beispiele dafür sind der Große und der Kleine Ahornboden im nördlichen Karwendelgebirge.

Eschen-Ahorn, Acer negundo

Allgemeines: Der Eschen-Ahorn stammt aus Nordamerika. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Kanada bis Kalifornien, vom Atlantik bis zu den Rocky Mountains. Er war hier ursprünglich auf Auwaldgesellschaften beschränkt, in denen er als Pionier seltener Bestandteil der Baumschicht war.

Die erste Erwähnung des Eschen-Ahorns in Europa betrifft einen Garten in England 1688. 1690 war er in Holland, 1699 auch in Deutschland bekannt. Durch sein schnelles Jugendwachstum wurde er schnell als Garten- und Parkbaum beliebt und entsprechend häufig gepflanzt – auch in zahlreichen gärtnerischen Varietäten, z.B. mit panaschierten Blättern.

Merkmale: Sommergrüner Baum. Er wird in der Regel bis 6, selten bis 25 m hoch.

  • Rinde: Die Zweige sind kahl und glänzend, besonders die jungen Zweige sind oft bläulich oder weißlich bereift.
  • Blätter: Die Blätter ähneln Eschenblättern (Name!): sie sind unpaarig, 3 7-zählig gefiedert, die Fiederblättchen selbst sind mitunter 2 3-lappig. Der Eschen-Ahorn ist der einzige Ahorn mit gefiederten Blättern. Er wurde deshalb von verschiedenen Autoren auf Gattungsrang getrennt (z.B. Negundo aceroides Moench). Heute sind diese Synonyme nicht mehr in Gebrauch.
  • Blüten: Der Eschen-Ahorn ist zweihäusig: Die Blüten in hängenden Blütenständen erscheinen vor den Blättern. Die weiblichen Blütenstände sind Trauben, die männlichen kurze büschelige Rispen. Beide haben 4 6 Staubblätter (übrige Ahorn-Arten im Gebiet haben 8 Staubblätter), die Kronblätter fehlen.
  • Früchte/Samen: Die geflügelten Teilfrüchte sind länglich und werden mit ihren spitzwinkligen Fruchtflügeln ca. 3 cm lang.

Verbreitung und Biologie: Acer negundo ist als kurzlebige Art an die Dynamik der Auen-Standorte seiner ursprünglichen Heimat angepasst. Ein weiblicher Baum kann über 20.000 Früchte bilden, die mit dem Wind ausgebreitet werden. Die Ansprüche an den Boden für Keimung und Etablierung sind unspezifisch, auf hohe Nährstoffgehalte reagiert er mit starkem Wachstum und kann bereits im Alter von 5 Jahren fruchten. Auf Verletzung durch natürliche Faktoren oder bei Bekämpfungsversuchen reagiert er mit Stockausschlag.

Als Auenpflanze kann er sehr unterschiedliche und schwankende Wasserstände ertragen, von der Überstauung bis zur Dürre. Im Laufe der Sukzession wird er durch konkurrenzkräftige Arten schnell verdrängt, die Keimlinge unterliegen schnell wachsenden krautigen Pflanzen. Ausgewachsene Bäume werden kaum 50 Jahre alt und werden so von längerlebigen Bäumen abgelöst.

Anders als andere Ahorn-Arten ist A. negundo ausschließlich windbestäubt.

Der Eschen-Ahorn ist heute in vielen europäischen Ländern fest eingebürgert. In einigen Ländern wird er als problematisch empfunden, so gilt er in Österreich als problematisch für den Naturschutz, in der Schweiz steht er auf der "Watch-List" besonders zu beobachtender Neophyten.

Dichte Bestände des Eschen-Ahorns sind artenärmer als andere Auwaldgesellschaften. Wie sehr er damit zum Rückgang von Arten beiträgt, ist nicht genügend untersucht. An manchen Orten nimmt er den Platz von zurückgegangenen einheimischen Bäumen ein, wie Silberweiden oder Ulmen. Diese sind jedoch nicht durch den Eschen-Ahorn, sondern durch andere Faktoren zurückgedrängt worden: Durch das Ulmensterben bzw. die Flussregulierung mit ausbleibender Überschwemmung, wodurch die offenen Stellen, die Weiden und Pappeln zur Keimung benötigen, seltener geworden sind.

Acer negundo gehört zu den Neophyten, deren Bekämpfung z.B. im Nationalpark Donau-Auen gefordert wird. Ob großflächige Bekämpfungsmaßnahmen notwendig und zielführend sind, ist aus verschiedenen Gründen fraglich: eine Verdrängung von Arten ist nicht sicher dokumentiert, die vielfältigen anthropogenen Veränderungen in Flussauen sind ein größeres Problem für den Naturschutz als die Anwesenheit des Eschen-Ahorns. Auch ist der Erfolg der Bekämpfung zweifelhaft, wenn wegen der Häufigkeit des Eschen-Ahorns in vielen Gebieten ständig mit Nachschub von Diasporen zu rechnen ist.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ahorne

http://www.blumeninschwaben.de/Hauptgruppen/ahorngewaechse.htm

https://flora.nhm-wien.ac.at/

https://www.awl.ch/heilpflanzen/index.htm

http://www.floraweb.de/index.html

https://neobiota.bfn.de/handbuch/gefaesspflanzen/acer-negundo.html

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Apfel

Malus

Allgemeines: Im Lateinischen heißt der Apfel "Malus" – "das Böse". Diese Bezeichnung rührt daher, dass die Frucht laut der biblischen Geschichte mit ihren verführerischen Kräften den sogenannten Sündenfall heraufbeschworen und den Menschen aus dem Paradies vertrieben haben soll.

Die Äpfel (Malus) bilden eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung umfasst etwa 42 bis 55 Arten laubwerfender Bäume und Sträucher aus Wäldern und Dickichten der nördlichen gemäßigten Zone in Europa, Asien und Nordamerika, aus denen auch eine große Anzahl an oft schwer unterscheidbaren Hybriden hervorgegangen ist.

Der Apfel ist keine heimische Frucht sondern stammt ursprünglich aus Asien und wanderte mit Händlern entlang der Seidenstraße dem berühmten historischen Netzwerk aus Handelswegen, das vom östlichen China bis ans Mittelmeer reichte. Die Händler brachten demnach nicht nur Kostbarkeiten wie Seide oder wertvolle Gewürze von A nach B. Auch Äpfel bzw. deren Kerne (Samen) reisten als Mitbringsel oder blinde Passagiere auf dem weiten Weg bis nach Europa. Eine Studie belegt, dass domestizierte Äpfel ihren Ursprung in Kasachstan haben, genauer gesagt im westlichen Teil des Tian Shan Gebirges.

Auf dem Weg von Kasachstan gen Westen kreuzten sich die Wege des wilden Vorfahrens mit dem Europäischen Wildapfel Malus sylvestris. Die entlang der Seidenstraße sprießenden Apfelbäume wurden, da sie Fremdbefruchter sind, auch vom Pollen der einheimisch wachsenden Wildäpfel befruchtet. Zahlreiche Genübertragungen vom Europäischen Wildapfel in den Genpool des Asiatischen Wildapfels (Introgressionen) sorgten letztlich dafür, dass aus der kasachischen Art die Äpfel wurden, die wir heute kennen.

Auch im Erbgut unseres Kulturapfels hat das Spuren hinterlassen: Etwa 46 Prozent des Genoms von M. domestica stammt vom Vorfahren M. sieversii und 21 Prozent von M. sylvestris ab, wobei die restlichen 33 Prozent bisher nicht zugeordnet werden konnten.

Bereits der wilde Vorfahre M. sieversii war verglichen mit anderen Wildäpfeln verhältnismäßig groß. Anders als bei anderen Kulturarten (z. B. der Mais) mussten die Menschen daher weniger auf Größe züchten. Der ebenfalls für die Domestikation wichtige Wildapfel M. sylvestris ist hingegen sehr klein und sauer. Daher standen andere Qualitätseigenschaften des Obstes wie die Konsistenz des Fruchtfleisches oder der Geschmack desselbigen mehr im Fokus der Züchtung.

Die Analyse zeigte, dass der Kulturapfel während des Domestizierungsprozesses die großen Früchte von M. sieversii erbte und das feste Fruchtfleisch sowie der appetitliche Geschmack auf M. sylvestris zurückgeht.

Die kultivierte Frucht war ausgesprochen teuer und galt als Aphrodisiakum. Wollte ein Grieche sich verloben, so warf er seiner Angebeteten angeblich einen Apfel zu. Wenn sie ihn auffing, war die Antwort positiv. Auch in der Hochzeitsnacht sollten Braut und Bräutigam sich einen Apfel teilen.

Der Apfel in Europa

Von Italien aus gelangte der Apfel mit den Feldzügen der Römer etwa um 100 vor Christus nach Nordeuropa und erreichte dort auch bei den Kelten und Germanen schnell mystischen Status. Für die Kelten war der Apfel ein Symbol für Tod und Wiedergeburt, bei den Germanen wachte die Göttin Iduna über goldene Äpfel, die Unsterblichkeit verleihen konnten. Im ersten Jahrhundert nach Christus wurden bereits im gesamten Rheintal Äpfel kultiviert, dennoch blieb die Frucht bis in die Neuzeit hinein ein Luxusobjekt und galt als Herrschaftssymbol. Der "Reichsapfel" gehörte zu den Insignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, er symbolisierte die Weltenkugel und wurde bei der Krönungszeremonie vom Herrscher in der linken Hand gehalten.

Auch in die Volksmärchen hielt der Apfel Einzug: Die prominente Rolle des Apfels im Märchen "Schneewittchen" ist ein Beispiel dafür und auch der Nikolaus brachte ursprünglich keine Süßigkeiten, sondern Äpfel als gute Gaben. Über Jahrtausende galten Äpfel als Symbol für Reichtum, Liebe und Fruchtbarkeit – Assoziationen, die durch die moderne industrielle Massenproduktion fast vollständig abhanden gekommen sind: Der Apfel ist heute die vielleicht alltäglichste Frucht.

Apfel, Malus domestica

Merkmale: sommergrüne Bäume oder Sträucher.

  • Blätter: Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die einfache Blattspreite ist oval bis eiförmig oder elliptisch. Die Blattränder sind meist gesägt, selten glatt und manchmal gelappt.
  • Blüten: Die gestielten Blüten der Apfelbäume stehen einzeln oder in doldigen schirmrispigen Blütenständen. Die fünfzähligen, zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind meist flach becherförmig und weisen meist einen Durchmesser von 2 bis 5 cm auf. Häufig duften die Blüten. Die Blütenachse ist krugförmig. Die fünf grünen Kelchblätter sind auch noch an den Früchten erhalten. Die fünf freien Kronblätter sind weiß, rosa oder rot. In jeder Blüte sind viele (15 bis 50) Staubblätter vorhanden, mit weißen Staubfäden und gelben Staubbeuteln. Aus drei bis fünf Fruchtblättern besteht der unterständige Fruchtknoten. Die drei bis fünf Griffel sind nur an ihrer Basis verwachsen. Bei einigen Züchtungen sind die Blüten, durch Umwandlung der Staubblätter in kronblattähnliche Blütenblätter, halbgefüllt oder gefüllt.
  • Früchte/Samen: Scheinfrüchte. Genauer ist die Apfelfrucht eine Sonderform der Sammelbalgfrucht. Ein Balg besteht aus einem Fruchtblatt, das mit sich selbst verwächst. Innerhalb des Fruchtfleisches entsteht aus dem balgähnlichen Fruchtblatt ein pergamentartiges Gehäuse. Im Fruchtfleisch selbst sind höchstens noch vereinzelt Steinzellennester enthalten. Die Samen sind braun oder schwarz; sie enthalten geringe Mengen an giftigen Cyaniden.

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84pfel

http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Rosengewaechse/apfel.htm

https://flora.nhm-wien.ac.at/

https://www.awl.ch/heilpflanzen/index.htm

https://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/die-frucht-einer-aussergewoehnlichen-reise-herkunft-und-10839

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Birke

Betula

Allgemeines: Zur Pflanzengattung der Birken (Betula, Familie Birkengewächse, Betulaceae) gehören etwa 50 verschiedene Birkenarten, Die Birke ist ein sommergrüner Baum oder Strauch, der eine auffällig weiße Rinde besitzt, welche sich im Laufe der Zeit in Querbändern löst. Weltweit gibt es mehr als 60 Birkenarten, wobei vier davon auch in heimischen Wäldern anzutreffen sind. Dabei handelt es sich um…

  • die Hängebirke (Betula pendula) – auch als Sandbirke bekannt,
  • die Moorbirke (Betula pubescens),
  • die Strauchbirke (Betula humilis) und
  • die Zwergbirke (Betula nana).

Manche Birken erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern (Moorbirken, Hängebirken), hingegen die Zwerg- und Strauchbirken werden nur 0,2 bis etwa 3 Meter hoch. Besonders für Allergiker sind die Pollen der Birken zwischen März und April mit Leiden verbunden. Weil Birken nicht über Insekten, sondern ausschließlich über den Wind bestäubt werden, geben sie im Vergleich zu anderen Bäumen große Mengen an Pollen frei.

Alle Birkenarten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blütenstände heißen Kätzchen, wobei an den Zweigen die weiblichen unterhalb der männlichen stehen. Die männlichen Blütenstände hängen einzeln in kleinen Gruppen meist an den Enden der Zweige. Sie werden in der vorangegangenen Vegetationsperiode gebildet und sind schon während des Winters zu sehen. In den männlichen Kätzchen befinden sich je Schuppe immer drei Blüten. Die männlichen Blüten enthalten nur meist zwei bis drei (ein bis vier) Staubblätter mit nahe ihrer Basis bis fast zu den Staubbeuteln geteilten Staubfäden. Alle Birken werden windbestäubt (Anemophilie). Die haltbaren, weiblichen Blütenstände stehen meist einzeln aufrecht und sind eiförmig bis zylindrisch. Gleichzeitig mit dem Beginn des Austreibens der Laubblätter bilden sich die weiblichen Blütenstände voll aus, die vorher in Knospen geschützt waren. In den weiblichen Kätzchen befinden sich je Schuppe (Tragblatt) selten eine bis meist drei Blüten.

Birken sind Pionierbäume. Da sie auf Grund ihres Lichtbedürfnisses sehr konkurrenzschwach sind, besiedeln sie teilweise extreme Standorten. Des Weiteren sind Birken vor allem in sensiblen Gebieten wie Au-, Moor-, Bruchwäldern und Waldrändern anzutreffen. Allerdings wurden gerade diese artenreichen Biotope über die letzten Jahrzehnte auf Grund diverser Infrastruktur- und Flussregulierungsmaßnahmen stark dezimiert. Dies hat letztendlich dazu geführt, dass in Österreich drei der vier vorkommenden Birkenarten auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Vor allem die Moorbirke, die Strauchbirke und die Zwergbirke sind „gefährdet“ bzw. „stark gefährdet“ und letztere regional sogar „vom Aussterben bedroht“. Wenig überraschend finden sich diese drei Birkenarten auch auf der Liste der 21 gefährdeten bzw. seltenen Holzgewächse Österreichs wieder.

Die weiße Farbe der Rinde kommt durch eine Einlagerung von Betulin zustande, welches das Licht vollständig reflektiert, wodurch die Rinde weiß erscheint. Betulin ist ein weißer „Farbstoff“. In der Natur kommen weiße Farbstoffe selten vor. „Weiß“ erscheint zumeist Lufteinschluss in Zellen.

Betulin ist ein Pentacyclisches Triterpen. Kork und Rinde der Birken enthalten bis zu 40% pentazyklische Triterpene. Bis zu 34% der Trockenmasse des weißen Birkenkorks entfallen auf Betulin. Im Januar 2016 hat die Europäische Kommission dem Betulin-haltigen Medikament Episalvan® die europäische Zulassung für die Behandlung von dermalen Wunden bei Erwachsenen erteilt.

Birkenblätter werden ebenfalls arzneilich verwendet. Die Anwendungsgebiete sind zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden traditionell belegt.

Hängebirke, Betula pendula

Merkmale: Sommergrüner Baum mit einer Wuchshöhe von maximal 25-30m. Die Äste stehen spitzwinklig ab, die Zweigenden hängen über.

  • Rinde: Die Hänge-Birke hat eine weiße Glattrinde. Diese wird von einem Oberflächenperiderm gebildet, das allerdings nicht lebenslang aktiv ist. Es platzt borkig auf und wird dann von einem Tiefenperiderm abgelöst. Die ältesten Schichten der weißen Glattrinde können sich mehr oder minder großflächig abringeln oder in schmalen Streifen ablösen.
  • Blätter: wechselständig, dreieckige Blattform mit gesägtem Blattrand
  • Früchte/Samen: Flügelnuß

Quelle:

http://www.blumeninschwaben.de/Hauptgruppen/birke.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Birken

http://www.wald-in-oesterreich.at/birke-baum-des-jahres-2009/

https://flora.nhm-wien.ac.at/

https://www.awl.ch/heilpflanzen/index.htm

http://www.floraweb.de/index.html

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Birne

Pyrus

Allgemeines: Der Birnbaum gehört zur Gattung der Rosengewächse, deren ca. 25 Arten durchwegs Bäume sind. Der Birnbaum war ursprünglich in gemäßigten Gebieten Eurasiens und Nordafrikas verbreitet, kommt heute aber weltweit vor. Seine Blätter sind wechselständig, die meist weißen Blüten in Doldenrispen zusammengefasst. Die Staubblätter besitzen purpurne Beutel; die Griffel sind an der Basis (im Gegensatz zum Apfelbaum) nicht miteinander verwachsen. Die Kultur-Birne blüht nach dem Kirschbaum (Prunus) und früher als der Apfelbaum. Die Fruchtform ist eine Apfelfrucht; das Kerngehäuse entspricht einer Sammelbalgfrucht, die von einem fleischig gewordenen Blütenbecher und dem unteren Teil der Kelchblätter umwachsen wird. Das Fruchtfleisch besitzt im Bereich des Kerngehäuses häufig Steinzellen.

Der Birnbaum ist ein Tiefwurzler und wächst bevorzugt auf warmen, mäßig feuchten und tiefgründigen Ton-Lehmböden. Die bedornte Wild-Birne oder Holz-Birne (Pyrus pyraster Burgsd.) kommt selten in Wäldern Westasiens und Mitteleuropas vor. Sie besitzt kleine kugelige und gerbstoffreiche Früchte und ist – gemeinsam mit den hauptsächlich südeuropäisch-kleinasiatisch verbreiteten Arten Pyrus nivalis Jacq. und Pyrus spinosa Forssk. – wohl der wichtigste der zahlreichen Vorfahren der als Sammelart angesehenen Kultur-Birne (Pyrus communis L., Pyrus domestica Medik.). Die Früchte wilder Birnbaumarten wurden seit dem jüngeren Neolithikum gesammelt. Die aus Persien stammende Kultur-Birne gelangte über die Türkei und Griechenland nach Italien, wo sie seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. bekannt ist. In Mitteldeutschland wurden im 16. Jahrhundert ca. 50 Birnensorten angebaut; heute kennt man mehr als tausend Züchtungen dieses Edelobstes.

Die Vermehrung erfolgt durch Pfropfen, wobei als Unterlage Quitte und chinesische Pyrus-Arten verwendet werden. Der Nährwert der Birne gleicht dem des Apfels; sie enthält aber weniger Säure, viel mehr Zucker und ist schlechter lagerungsfähig als dieser. Der Großteil der Ernte wird roh gegessen. In China und Japan, neuerdings u. a. auch in Europa, wird die Asiatische Birne (Pyrus pyrifolia [Burm. f.] Nakai, "Nashi") angebaut, deren meist apfelförmige Früchte einen ananas- bis melonenartigen Geschmack besitzen.

Birnbaumholz ist weiß bis rötlichbraun, schwer spaltbar, dicht, hart und dauerhaft. Es ist gut polierbar und wird unter anderem in der Möbelindustrie als Furnier oder massiv verarbeitet; gebeizt dient es als Ersatz für Ebenholz.Die Früchte besitzen den höchsten Zuckergehalt und sind damit besonders nahrhaft. Sie enthalten vier Prozent mehr Ballaststoffe als Äpfel. Der Volksglaube vermutet den Birnbaum als Wohnstätte von Hexen, Dämonen und Drachen.

Kultur-Birne, Pyrus communis agg., Artengruppe

Merkmale:

  • Rinde: Die Borke des Birnbaums ist in kleine Felder zerklüftet, die charakteristisch in schräg aufwärts verlaufenden Reihen angeordnet sind.
  • Blätter: Eirund bis elliptisch, 2 bis 8 cm lang, hellgrün, Herbstfärbung lebhaft gelb bis orangerot.
  • Blüten: Die zwittrige Birnenblüte hat fünf reinweiße Kronblätter, aus deren Mitte ca. 10 dunkelrote Staubbeutel entspringen. Anders als beim Apfel ist die Blütenfarbe immer weiß, unabhängig ob sich daraus rot- oder eher grünschalige Früchte entwickeln. Der Duft ist wie bei den Weißdornblüten durch das enthaltene Trimethylamin leicht fischartig.
  • Früchte/Samen: Die (Schein-)Früchte weisen vielfältige Formen, von rundlich bis länglich, schmal, gerade oder gebogen auf und die Schale ist grünlich, gelblich, rötlich oder orange bis bräunlich gefärbt.

Quelle:

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/birnbaum/8925

http://www.blumeninschwaben.de/Hauptgruppen/birne.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Birnen

https://flora.nhm-wien.ac.at/

https://www.awl.ch/heilpflanzen/index.htm

http://www.floraweb.de/index.html

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Buche

Fagus

Allgemeines: Die Buchen (Fagus) sind die einzige Pflanzengattung der Unterfamilie der Fagoideae innerhalb der Familie der Buchengewächse (Fagaceae).

Buchenarten sind sommergrüne Bäume, die Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreichen. Ihre Rinde ist grau und glatt und zeigt nur selten im Alter eine geringe Borkenbildung, sie gehört daher zu den Peridermbäumen (Ein Peridermbaum oder Rindenbaum ist ein Baum oder Strauch, bei dem das erste Korkgewebe, das die Epidermis des Sprosses ersetzt, erhalten bleibt und nicht abstirbt. Die Borkenbildung unterbleibt.)

Das Buchenholz ist eines der bedeutendsten Laubhölzer als Nutz- und Industrieholz. Buchenholz ist auch ein erstklassiges Brennholz, da es lange, hell, heiß und ruhig brennt.

'Buche' leitet sich aus dem althochdeutschen 'buoha' ab und ist älter als das Wort 'Buch', was von dem Baum herzuleiten ist. Früher, belegt seit dem 6. Jhd., wurde auf dünnen Buchenholztafeln geschrieben. Der Spruch 'Buchen sollst Du suchen' rührt wahrscheinlich daher, dass die glatte Rinde die Blitze besser ableiten kann als bei der Eiche und deshalb die Schäden weniger offensichtlich sind. Allerdings sagen andere Quellen, dass die Eiche 54 mal häufiger vom Blitz getroffen wird als die Buche. Möglicherweise stehen die lichtliebenden Eichen öfter solitär, während Buchen meist einen Wald bilden.

Rot-Buche, Fagus sylvatica

Der Namensteil „Rot“ bezieht sich auf die leicht rötliche Färbung des Holzes. Da die Rotbuche die einzige in Mitteleuropa heimische Buchenart ist, wird der Zusatz zur Artbezeichnung meist weggelassen und der Baum als „Buche“ bezeichnet.

Merkmale: sommergrüner Baum. Wuchshöhen von bis zu 30 m, im dichten Wald auch bis zu 45 m. Die Krone einer ausgewachsenen Buche kann bis zu 600 m² beschatten, sie blüht und fruchtet in einem Alter von etwa 30 bis 200 Jahren. Im Alter von unter 30 bis 50 Jahren ist sie auf idealen Standorten mit einem Jahreshöhenzuwachs von 40 bis 70 cm schnellwachsend, mit leicht schütterer und aufrechter Krone sowie zunächst deutlich seitlich wachsenden Zweigen. Bei einer Konkurrenzsituation mit anderen Bäumen zählt sie zu den spätdynamischen Klimax-Bäumen, die sich ab einem Alter von etwa 45 Jahren mit ihrem Längenwachstum durchsetzen. Der erste Austrieb zwischen April und Mai wird bis zu einer Länge von 40 cm sehr schnell geschoben und hängt zunächst leicht herab. Dann erst wird, wie bei allen verholzenden Gewächsen, zunehmend Lignin gebildet und die Zweige richten sich auf. Das Längenwachstum ist nach drei bis fünf Wochen abgeschlossen. Manchmal ist gegen Ende Juni auch ein sogenannter Johannistrieb zu beobachten.

  • Rinde: Peridermbaum
  • Blätter: zweizeilig, ganzrandig oder stumpf gezähnt, jung hellgrün und seidig behaart, später dunkler und kahl. Viele Arten tragen ihr vertrocknetes Laub bis weit in den Winter, häufig sogar bis zum Neuaustrieb, am Baum.
  • Blüten: Buchenarten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten stehen an jungen Zweigen und erscheinen gleichzeitig mit den Laubblättern. Die männlichen Blüten stehen in dichten, langgestielten, hängenden Büscheln. Die männliche Einzelblüte besitzt eine vier- bis siebenspaltige Blütenhülle und acht bis sechzehn Staubblätter. Die Pollen sind mehr oder weniger kugelig, etwa 20 bis 45 Mikrometer groß und zeigen drei von Pol zu Pol verlaufende Porenfalten. Die weiblichen Blüten stehen zu zweit oder dritt in aufrechten Blütenständen, sie bilden ein Dichasium. Die weibliche Einzelblüte besitzt eine behaarte, vier- bis sechsspaltige Blütenhülle und einen dreikammerigen Fruchtknoten auf dem drei Narben sitzen
  • Früchte/Samen: dreikantige, 1 bis 1,5 Zentimeter lange, glänzend kastanienbraune Nussfrüchte (Bucheckern). Sie sitzen zu zweien, selten zu dreien, in einem stark verholzten, außen weichstacheligen, vierklappigen Fruchtbecher (Kupula). Die Bucheckern reifen im Herbst.

Die Nüsse enthalten vor allem Vitamine der B-Gruppe, Mineralstoffe wie Kalium, die Spurenelemente Zink und Eisen sowie Kohlenhydrate, Eiweiße und Ballaststoffe. Aufgrund des hohen Fettgehaltes von rund 46 bis 50 Gramm pro 100 Gramm sind sie mit knapp 600 Kalorien sehr energiereich. Die Fette liegen überwiegend in Form ungesättigter Fettsäuren vor, die unter anderem das Risiko für koronare Herzkrankheiten senken.

Über die Giftigkeit von Bucheckern wird kontrovers diskutiert. Sie enthalten Saponine und relativ hohe Konzentrationen von Oxalsäure. Laut Roth, Daunderer, Kormann, Giftpflanzen 2012, treten bei Genuss von ca 50 Bucheckern Beschwerden auf. Berichtet wurden Magen- Darmbeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe. Lähmungserscheinungen. Die Autoren halten es aber auch für möglich, dass die auf dem feuchten Waldboden oft mit Schimmelpilzen befallenen Bucheckern sekundär giftig wirken.

Es wird geraten, Bucheckern nicht roh zu essen. Um giftige Stoffe unschädlich zu machen, sollen Bucheckern unbedingt vor dem Verzehr erhitzt werden. Das kann durch Rösten, Braten oder das Übergießen mit heißem Wasser geschehen..

Eine Besonderheit der Buche ist die Tatsache, dass sie nicht in jedem Jahr eine reiche Ernte hervorbringt. Meist alle fünf bis acht Jahre wachsen so viele Bucheckern am Baum, dass der Boden später vollständig bedeckt ist. Diese Jahre werden Mastjahre genannt, weil früher die Schweine mit den Bucheckern regelrecht gemästet werden konnten.

Verbreitung und Biologie: Bei den rotlaubigen 'Blutbuchen' (z.B. Fagus sylvatica 'atropunicea', F. sylvatica 'purpurea' oder F. sylvatica 'Swat Magret') überdeckt der Farbstoff Anthocyan das Blattgrün. Sie werden gerne in Parks als Zierbäume eingesetzt.

Quelle:

https://www.online.uni-marburg.de/botanik/php/details.php?id=310

http://www.blumeninschwaben.de/Hauptgruppen/fagus.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Buchen

https://flora.nhm-wien.ac.at/

https://www.awl.ch/heilpflanzen/index.htm

http://www.floraweb.de/index.html

https://www.gartenjournal.net/rotbuche-blutbuche

https://www.gartenjournal.net/buche-frucht

Lit: Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte, Vorkommen, Wirkung, Therapie, ecomed Verlagsgesellschaft 2012

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Eberesche, Vogelbeere, Vogelbeerbaum

Sorbus aucuparia

 ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mehlbeeren (Sorbus) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Allgemeines: Die Vogelbeere ist in weiten Teilen Europas verbreitet und besitzt als Pionierart ein breites Bodenspektrum. Für Insekten, Vögel und Säugetiere ist sie eine wertvolle Futterpflanze. Die vielfältige Nutzung durch den Menschen spiegelt sich in zahlreichen regionalen Namensgebungen wider. Im Aberglauben und Brauchtum hat sie eine bedeutende Rolle inne.

Die Früchte sind essbar, müssen aber wegen ihres Gehaltes an leicht giftiger Parasorbinsäure erst erhitzt werden. Der Verzehr größerer Mengen roher Beeren kann zu Durchfall führen. Die Früchte schmecken herb säuerlich und bitter zusammenziehend. Trotz des sauren Geschmacks enthalten sie viel Zucker (13%). Sie können allein zu einer Marmelade verarbeitet werden, die mit ihrem bitterlichen Geschmack an bittere Orangenmarmelade erinnert. Aber auch gemischt mit anderen Früchten ergeben sich interessante Marmeladenkompositionen. Die Früchte haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und Provitamin A (Carotin)

Vogelbeermarmelade:

Zutaten

  • 500 g Vogelbeeren
  • 500 g Rohzucker
  • etwas Apfelessig
  • 1 Glas Weißwein

Zubereitung

Die Vogelbeeren sollen vor der Verarbeitung entbittert werden. Man setzt sie über Nacht in so viel kaltem Wasser an, dass sie bedeckt sind und gibt etwas Apfelessig hinzu. Morgens abseihen. Die Beeren wiegt man vorher ab und kocht sie mit der gleichen Menge Rohzucker und einem Gläschen guten Weißwein zu Marmelade oder Mus ein. Es genügt auch weniger Zuckerzusatz. Die Vogelbeeren sollen ca eine halbe Stunde kochen, damit sich die unverträgliche Parasorbinsäure in Sorbinsäure umwandelt. Die heiße Marmelade sofort in die vorbereiteten Gläser füllen, verschließen, umdrehen und etwa 5 Minuten auf dem Deckel stehen lassen.

Merkmale: Mit einer durchschnittlichen Wuchshöhe von 15 Metern ist die Eberesche ein eher kleinwüchsiger Baum. Die Eberesche besitzt ein weitreichendes und tiefgehendes Senkerwurzelsystem und die Fähigkeit, sich über Stockausschläge und Wurzelbrut vegetativ zu vermehren. Kennzeichnend für die Eberesche ist ihre zierliche Gestalt sowie die oval bis rundliche, unregelmäßig aufgebaute und locker gehaltene Krone.

  • Rinde: Die glatte, glänzende Rinde jüngerer Bäume ist gelblich bis grünlich grau gefärbt und zeigt längliche, quer zur Wuchsrichtung gestellte Lentizellen, die den Gasaustausch mit der Umgebung sicherstellen. Mit zunehmendem Alter des Baumes nimmt die Rinde eine mattgraue Färbung und feinrissige Struktur an. Nur wenige Exemplare entwickeln im hohen Alter im unteren Stammbereich eine schwärzliche, längsrissige Borke. Jungtriebe bilden gewöhnlich eine weiche, filzige Behaarung aus und sind aschgrau gefärbt. Eine Besonderheit stellt das Chlorophyll dar, das sich unter der glatten Rinde der Zweige befindet. Dies befähigt den Baum bereits vor dem Laubaustrieb zur Photosynthese.
  • Blätter: wechselständig, Fiederblätter unpaarig gefiedert. Blattrand gezähnt; Zähne zur Blattspitze hin ausgerichtet.
  • Blüten: Der Blütenstand entspricht einer ausgebreiteten Schirmrispe, in der 200 bis 300 Blüten vereinigt sind. Bei den Blüten der Eberesche reifen die Narben vor den Staubbeuteln, was botanisch als Proterogynie bezeichnet wird und Fremdbestäubung fördert. Nektar wird verdeckt angeboten. Der verhältnismäßig unangenehme Geruch der Blüten erinnert an Heringslake und beruht auf dem Wirkstoff Methylamin. Er lockt insbesondere Käfer und Fliegen zur Bestäubung an. Aber auch Bienen schätzen den Nektar.
  • Früchte/Samen: Die Früchte reifen von August bis September. Die bei Reife leuchtend roten und kugeligen, im botanischen Sinne dreifächerigen Apfelfrüchte werden manchmal als „Beeren“ bezeichnet. Sie enthalten gewöhnlich drei Samen und bilden einen Durchmesser von etwa 1 cm aus. Häufig hängen die Früchte bis in den Winter hinein in dichten „Büscheln“ am Baum und sind im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

Verbreitung und Biologie: Mykorrhiza-Pflanze

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vogelbeere

https://www.baumkunde.de/Sorbus_aucuparia/

https://mundraub.org/blog/marmelade-aus-eberesche-und-%C3%A4pfeln

https://www.arboretum.co.at/pflanzenportrait/sorbus-aucuparia-var-edulis/

https://www.pflanzen-lexikon.com/Box/Sorbus_aucuparia.html

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Eibe, Europäische Eibe

Taxus baccata

Allgemeines: Die Europäische Eibe auch Gemeine Eibe oder nur Eibe genannt, ist die einzige europäische Art in der Pflanzengattung der Eiben. Sie ist die älteste (Tertiärrelikt) und schattenverträglichste Baumart Europas. Sie kann ein sehr hohes Alter erreichen. Bis auf den bei Reife durch Karotinoide lebhaft rot gefärbten Samenmantel, den Arillus, der becherartig den Samen umgibt und den Eibenpollen, sind alle Pflanzenteile der Europäischen Eibe stark giftig. In allen europäischen Ländern gehört die Europäische Eibe zu den geschützten Pflanzenarten.

Das Holz der Eibe wurde seit jeher vom Menschen geschätzt, da es aufgrund des langsamen Wuchses des Baumes eine außergewöhnliche Härte und Zähigkeit aufweist. Dementsprechend reicht seine Nutzung weit zurück. Den ältesten Nachweis für die Verwendung von Eibenholz als Werkzeug bildet die Lanzenspitze von Clacton-on-Sea aus der Holsteinwarmzeit vor etwa 300.000 Jahren. Aus der Eem-Warmzeit vor etwa 130.000 Jahren stammt die Lanze von Lehringen. Auch der berühmte „Ötzi“, die Gletschermumie, die 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, lebte vor 5200 Jahren und trug einen Bogenstab von ca. 1,80 Meter Länge aus Eibenholz bei sich. Auch der Stiel seines Kupferbeiles war aus Eibenholz.

Taxol (von Taxus), ein aus der Rinde und aus den Nadeln der pazifischen Eibe (Taxus brevifolia, kommt in Europa nicht vor), isolierbares Alkaloid, wird das als Cytostatikum bei metastasierenden Ovarial- und Mammakarzinomen (Krebs) verwendet. (Wirkstoffbezeichnung: Paclitaxel). Der Name Taxol wurde von einem amerikanischen Pharmaunternehmen als Warenzeichen (Taxol®) registriert, der Begriff wird von Wissenschaftlern weiterhin für den Wirkstoff selber verwendet.

Da der Bedarf an Taxol aus natürlichen Vorkommen nicht gedeckt werden kann, gewinnt man heute aus der europäischen Eibe das in genügenden Mengen vorkommende Baccatin III und stellt daraus partialsynthetisch den Wirkstoff Paclitaxel her.

Merkmale: Die immergrüne Europäische Eibe ist in ihrer Gestalt eine sehr variable Art, die je nach Standortbedingungen als Baum oder Strauch wächst. An extremen Standorten wie etwa im Hochgebirge oder in Felswänden wächst sie sogar als Kriechstrauch.

  • Rinde: Charakteristisch und auffällig ist die dünne grau- bis rotbraune Schuppenborke der Eibenstämme. Anfangs tragen die Stämme junger Eiben eine rötlichbraune glatte Rinde, die später zu einer graubraunen, sich in Schuppen ablösenden Borke wird.
  • Blätter: Die weichen und biegsamen Eibennadeln haben eine linealische Form, die mitunter leicht sichelförmig gebogen ist. Sie stehen an den Leittrieben spiralförmig, während sie an den Seitenzweigen zweizeilig angeordnet sind. Eibennadeln sind zwischen 1,5 und 3,5 Zentimeter lang und zwischen 2 und 2,5 Millimeter breit und erreichen ein Alter von drei bis acht Jahren, bis der Baum sie abwirft.
  • Blüten: Unter optimalen Standortbedingungen tragen Eiben das erste Mal weibliche Zapfen, wenn sie ein Lebensalter von 15 bis 30 Jahren erreicht haben. Die Europäische Eibe ist normalerweise zweihäusig (diözisch): männliche und weibliche Zapfen befinden sich auf unterschiedlichen Bäumen. Ausnahmefälle sind einhäusige (monözische) Exemplare, bei denen sich Zapfen beider Geschlechter an einem Baum befinden. Meist weist nur ein einzelner Ast Blüten mit einem anderen Geschlecht auf.
  • Früchte/Samen: Die weiblichen Zapfen sind nur 1 bis 1,5 mm groß, stehen jeweils als Kurztriebe in den Blattachseln jüngerer Zweige und sind auf Grund ihrer grünlichen Farbe unscheinbar. Zur Blütezeit bildet sich an der Spitze des umhüllenden Deckblattes ein Bestäubungstropfen aus. Dieser nimmt die anfliegenden Pollenkörner auf und bringt, wenn er verdunstet ist, die Pollenkörner an den Nucellus, sodass die Zapfen bestäubt werden. An der Basis der Samenanlage findet sich ein ringförmiger Wulst, der sich bei befruchteten Blüten zu einem fleischigen, schleimigen Samenmantel, dem Arillus, auswächst. Dieser umgibt den Samen becherförmig, seine Farbe wandelt sich mit zunehmender Reife von Grün zu einem auffallenden Rot. Aufgrund des Arillus wird der Eibensamen oft fälschlicherweise als Frucht oder sogar Beere bezeichnet. Dies ist botanisch nicht korrekt, da es bei den nacktsamigen Pflanzen keinen Fruchtknoten gibt, der zur Fruchtentwicklung erforderlich wäre.

Verbreitung und Biologie: Die Eibe war der österreichische Baum des Jahres 2013. Aus ihrem Holz wurden Waffen hergestellt. Im Mittelalter diente es als Zahlungsmittel. Kaufleute wie die Fugger, die schon im 15. Jahrhundert in ganz Europa Handel trieben, mussten für den Import von Waren nach Großbritannien eine Einfuhrsteuer in Form von Eibenholz zahlen. Und weil Kaiser Maximilian Geld brauchte, erteilte er Nürnberger Kaufleuten gegen entsprechende Bezahlung ein Monopol für die Ausbeutung der Eiben in den österreichischen Erblanden. Von da an plünderten diese regelmäßig die Eibenbestände im österreichischen Alpenvorland. Damit haben sie die Eibe dort zwar nicht wirklich ausgerottet, aber doch an den Rand der Ausrottung gebracht. Alle grünen Teile des Baumes enthalten Giftstoffe, vor allem Taxine. Schon im antiken Griechenland wusste man davon, und den Germanen galt die Eibe als Symbol der Ewigkeit, weshalb man sie bis heute gerne auf Friedhöfen pflanzt, sowie als Schutz vor bösen Geistern. In jedem Fall wurden ihre Äste und Nadeln gerne ausgekocht und der Sud unter anderem als Abführ- und Wurmmittel sowie zum Beenden unerwünschter Schwangerschaften verwendet.

Außer in der Steiermark, die über ein Gebiet verfügt, auf dem die Eiben so dicht wachsen wie sonst nur im slowakischen Urwald Harmanec, steht die Eibe in ganz Österreich seit Jahrzehnten unter Naturschutz. (Susanne Strnadl, DER STANDARD, 20.01.2013)

Beim Menschen geht man davon aus, dass bereits 50 bis 100 Gramm der Blätter tödlich sind.

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Eibe

https://derstandard.at/1361240496946/Die-Eibe-kriegt-keine-Ruhe

https://www.arge-naturschutz.at/startseite/weblog_114/

https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/M091.pdf

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/taxol/65569

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Eiche

Quercus

Allgemeines: Eichen gehören zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Weltweit sind gegen 600 Eichenarten bekannt, in Europa deren 27. In Österreich sind vier Eichenarten relevant: Stiel- und Traubeneiche, Flaumeiche sowie Zerreiche, die beiden letzteren ausschließlich in den wärmsten Lagen. Die Stieleiche kann auf Standorten mit Jahresmitteltemperaturen zwischen 2 und 14°C auftreten und besitzt damit ein wesentlich breiteres Spektrum als die Traubeneiche (5 14 °C) oder die wärmeliebende Flaumeiche (6 17 °C). Der Verbreitungsschwerpunkt beider Arten liegt jedoch bei Jahresmitteltemperaturen zwischen 8,5 und 11,5 °C.

Sowohl Stiel- als auch Traubeneiche sind spätfrostgefährdet. Beide Arten treten auch in Gebieten mit sehr niederschlagsarmen Klima (ab 400 450 mm mittlerem Jahresniederschlag) auf. Während die Traubeneiche relativ trockene Standorte besiedelt, zieht die Stiel­eiche, die auch eine Baumart der Harten Au ist, feuchte, oft grund- oder stauwasserbeinflusste Standorte vor. In Gebieten mit kühlem, niederschlags­reichem Klima findet man sie auch an flachgründigen Hängen und Kuppen.

Die Flaumeiche besiedelt in Mitteleuropa sehr trockene, flachgründige Karbonat­standorte oder wasserdurch­lässige Lössböden. Die Zerreiche bevorzugt lehmige, schwach saure Böden.

Quelle:

https://www.waldwissen.net/wald/baeume_waldpflanzen/laub/bfw_portrait_eiche/index_DE

Schäden und Gefährdungen

Die Eichenfraßgesellschaft mit den Leitarten Frostspanner, grüner Eichenwickler und Schwammspinner verursacht oft spektakuläre Massenvermehrungen mit heftigem Blattfraß bis hin zum Kahlfraß. Dazu kommen regional noch Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) – der sich vor allem durch massive allergische Reaktionen beim Menschen als problematisch erweist – und Maikäfer (Melolontha spp.). Bleibt der Fraß auf das Frühjahr beschränkt, zeigen die Eichen jedoch meist ein gutes Regenerationsvermögen.

Nicht zuletzt im Gefolge von solchen Massenvermehrungen und bei Trockenheit kommt es zu verstärkten Ausfällen, was an das Eichensterben der jüngeren Vergangenheit erinnert. Beteiligt sind hier Hallimasch und andere Wurzelpilze sowie der Eichen­splintkäfer (Scolytus intricatus) und verschiedene Bock- und Prachtkäfer. Ebenso erscheint die Eichenmistel (Loranthus europaeus) von Bedeutung. Sie verursacht häufig ein Zurücksterben der Kronen bzw. das Absterben von Eichen, auch ohne Mitwirkung anderer Schadfaktoren.

Befall durch Eichenmehltau (Erysiphae alphitoides) kann problematisch werden, wenn Schäden an der Wiederbelaubung nach Kahlfraß auftreten. Sonst ist er, wie auch Eichenrindenbrand und Zikaden, nur für junge Pflanzen gefährlich.

Gallen

Als „Dienstleistung der Pflanze für Insekten und unvollkommene kleine Tiere“ bezeichnete Marcello Malpighi, ein Arzt aus Bologna im 17. Jahrhundert die Bildung von Gallen. Er beschrieb in seinem Werk über Pflanzen in dem Kapitel „De Gallis“ erstmals sechzig verschiedene Gallen. Einige der bekannten Gallen sind kugelförmig, auf sie dürfte der Name zurückzuführen sein, lat.: „galla“, mit der indogermanischen Wurzel „gel“ =„ballen“.

Sehr verschiedene Organismen können Gallen hervorrufen: Viren, Bakterien, Pilze, Milben und Insekten. Unter den Insekten sind die Gallwespen besonders interessant.

Etwa 100 Arten der Gallwespen existieren in Mitteleuropa, 80% ihrer Gallen findet man an Eichen, zweithäufigster Wirt sind Rosengewächse.

Galläpfel (syn. Eichengallen) sind kugelförmige, im Durchmesser bis zu 2,5 cm dicke, braungelbe bis schwarzgrüne, schwarze harte, glatt oder mit Höckern ausgestattete und meistens mit einem etwa 3 mm weiten Flugloch versehene Gebilde. Die früher offizinellen türkischen- oder Aleppo-Gallen verdanken ihre Entstehung dem Stich bzw. der Eiablage der Gallwespe (verschiedene Andricus Arten). Eichengallwespen sind kleine Membran-beflügelte Insekten aus der Ordnung der Hymenoptere oder Hautflügler. Im Inneren des Gallapfels (auch Folii-Galle oder Blattgalle genannt) befindet sich eine Larve, aus der im Herbst dann das immer weibliche Insekt ausschlüpft, welches je ein unbefruchtetes Ei in den Vegetationskegel der Eichenknospe legt. Dieses überwintert dort und bildet ab dem Frühling Knospengallen (Taschenbergii-Gallen), aus denen dann im Juni sowohl Männchen als auch Weibchen der Eichengallwespe schlüpfen. Die befruchteten Weibchen legen dann wieder Eier mit Hilfe des Legestachels in eine Blattader des Eichenblattes ab. Die Larven ernähren sich vom Pflanzengewebe und manipulieren die von ihnen befallenen Pflanzen in dem sie wachstumsbeschleunigende Substanzen injizieren, die das normale Wachstum des Gewebes beeinträchtigen und tumorähnliche Wucherungen auslösen die Gallen.

Im Inneren dieser Wucherungen wachsen die Larven der Wespen heran bis sie sich nach der Verpuppung ins Freie durchbeißen.

In Bernhardsthal recht häufig zu finden: Große ungarische Galle (Gallwespe, Andricus hungaricus).

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Quelle:

https://www.biologie-seite.de/Biologie/Gallapfel

https://www.pflanzengallen.de/pflanzenverzeichnis.php?letter=Q

https://www.zobodat.at/pdf/ForestObserver_006_0311-0399.pdf

http://www.naturkunde-holzminden.de/index.php/Eichengallen.html

Über die Gallwespen ist noch längst nicht alles bekannt. Zahlreiche Gallwespenarten haben komplizierte Entwicklungszyklen, in denen sich zweigeschlechtliche und parthenogenetische Generationen abwechseln, die unterschiedliche Gallen erzeugen. Hinzu kommt in vielen Fällen ein Wirtswechsel von der einen zu einer anderen Pflanzenart.

Der berühmteste Insektenkundler, der sich in den 1920iger Jahren ausgiebig mit Gallwespen beschäftigte und ein Standardwerk darüber schrieb war Alfred Charles Kinsey. Kinsey war Professor für Zoologie an der Indiana University/USA und führte später und als Erster im großen Stil statistische Erhebungen über das Sexualverhalten des Menschen durch. Der aufgrund dieser Daten erstellte Kinsey-Report gilt als ein Auslöser der Sexuellen Revolution.

Quelle:

https://www.biography.com/scientist/alfred-kinsey

https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Charles_Kinsey

Tinte

Normalerweise schädigen die Gallen die Eiche nicht. Eichengallen zählen zu den adstringierensten (lateinisch adstringens: zusammenziehend) Pflanzenstoffen der Welt und enthalten vor allem Gerbstoffe.

Der Gallapfel enthält unter anderem 55 65 % Gallusgerbsäure (Tannin) und Gallussäure.

Der Absud von grob gemahlenen Galläpfeln liefert mit Eisen- und Kupfersalzen tiefdunkle Verbindungen die  schwarze Tinte, genannt Eisengallustinte  heute noch bei der Unterzeichnung von Staatsverträgen verwendet wird.

Im Mittelalter erfolgte die Herstellung aus Eisen(II)-sulfat (Eisenvitriol), Galläpfeln bzw. Pflanzengallen, Wasser und Gummi arabicum. Die getrockneten Galläpfel werden zerstampft und zerkocht, wobei Gallussäure (aus Tannin) entsteht. Hinzu wird das Eisensulfat und das Gummi arabicum gegeben. Das Gummi arabicum verhindert Ausflockungen, bewirkt eine bessere Schreibbarkeit und fungiert als Bindemittel. Die fertige Tinte entsteht erst auf dem Papier durch Oxidation des zweiwertigen Eisens mit Luftsauerstoff zu dreiwertigem Eisen, welches mit der Gallussäure eine tiefschwarze Komplexverbindung eingeht. Eisengallustinte hat eine 100 %ige Lichtechtheit und ist somit dokumentenecht.

Quelle mit Rezept:

https://www.kalligraphie.com/431-0-Eisengallustinte.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Gallapfel

Arzneiliche Anwendung:

Quercus cortex (syn. Cortex Quercus); Eichenrinde (syn. Spiegelrinde), die getrocknete Rinde der jungen Zweige und Stockausschläge aller vier in Österreich hauptsächlich vorkommenden Eichenarten.

  • Inhaltsstoffe: Gerbstoffe vom Catechin-Typ (8 bis 20 %, abhängig vom Alter und Erntezeitpunkt), aufgebaut aus oligomeren Proanthocyanidinen mit (+)-Catechin, (-)-Epicatechin und (+)-Gallocatechin als dominierenden Grundbausteinen. Weitere Bestandteile sind Ellagitannine und komplexe Tannine sowie Quercitol, Triterpene und β-Sitosterol.
  • Anwendung: äußerlich bei entzündlichen Hauterkrankungen, Schleimhautentzündungen im Mund und Rachenbereich, Entzündungen im Anal- und Genitalbereich sowie in Form von Bädern bei nässenden Dermatosen, innerlich gelegentlich bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen.
  • Gegenanzeigen: äußerlich bei großflächigen Hautschäden sowie als Sitzbäder bei fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Herzinsuffizienz (Stadium III und IV) oder Hypertonie (Stadium IV). Prinzipiell sollte die Anwendung bei Durchfall ohne ärztliche Behandlung nicht länger als 3 bis 4 Tage und die übrigen Anwendungsgebiete nicht länger als 2 bis 3 Wochen betragen.
  • Dosierung: Zur innerlichen Anwendung 1 g (ein knapper halber Teelöffel) der fein zerschnittenen oder grob gepulverten Droge mit kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen und nach ca. 5 Minuten durch ein Teesieb geben. Dreimal täglich 30 Minuten vor den Mahlzeiten warm trinken. Sollten die Durchfälle länger als 3 4 Tage andauern, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Zur Herstellung von Umschlägen und Spülungen 20 g Droge mit 1 l Wasser aufkochen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und anschließend durch ein Tuch geben. Umschläge mehrmals täglich wechseln bzw. betroffene Hautpartien mehrmals täglich betupfen. Zur Bereitung von Sitzbädern 50 g zerkleinerte Droge mit 500 ml Wasser ansetzen, aufkochen und nach 15 bis 20 Minuten durch ein Tuch geben. Abkochung in eine Wanne geben und mit einer adäquaten Menge warmen Wasser auffüllen. Ein- bis zweimal täglich 15 bis 20 Minuten anwenden. Zur Bereitung von Bädern etwa 5 g Droge mit 1 l kaltem Wasser ansetzen, 10 bis 15 Minuten bei schwacher Hitze aufkochen und anschließend, durch ein Tuch geben und dem Badewasser zugeben. Als Fußbad mindestens viermal wöchentlich bzw. einmal täglich, als Voll- oder Teilbad bei Neurodermitis zu Beginn einmal wöchentlich und später zwei- bis dreimal wöchentlich 20 Minuten anwenden. Äußerlich nicht länger als 2 3 Wochen anwenden.

Eichenblätter, die getrockneten Blätter. Inh.: Gerbstoffe (6-11 %), Polyphenole (ca. 7 %), Flavonoide, Triterpene, Cyclitole. Anw.: in der Volksheilkunde innerlich bei Blutungen, Bluthusten sowie Durchfällen, Harninkontinenz und Scheidenausfluß. Äußerlich wird die Droge bei eitrigen Bindehautentzündungen, bei Scheidenausfluß und Gebärmutterentzündungen eingesetzt.

Quercus semen (Glandes Quercus excorticatae, Semen Quercus); Eicheln, die von der Samenschale befreiten Samenkerne. Inh.: Gerbstoffe (7 %), ferner u.a. Quercitol und Mesoinositol. Anw.: volkstümlich bei Magen- und Darmbeschwerden.

Quelle:

http://www.medizinalpflanzen.de/systematik/6_droge/quercu-c.htm

https://www.awl.ch/heilpflanzen/quercus_robur/eiche.htm

Quercus semen tostum (syn. Cotyledones Quercus empyreumaticae, Glandes Quercus, Glandes Quercus tostae, Semen Quercus tostum); Eichelkaffee (syn. Geröstete Eicheln), die von der Samenschale befreiten, gerösteten Samenkerne.

Quelle:

https://experimentselbstversorgung.net/eichel-kaffee-selber-machen/

Stiel-Eiche

Quercus robur L. (syn. Quercus femina, Q. fructipendula, Q. germanica, Q. malacophylla, Q. pedunculata); syn. Sommereiche

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Traubeneiche

Quercus petraea

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Die Unterscheidung zwischen Trauben- und Stieleiche erfolgte lange Zeit mittels morphologischer Merkmale. Zu den markantesten davon zählen Blattstiele und Fruchtstände, die jedoch innerhalb jeder Art so stark variieren, dass es zu Überlappungen kommt. Grund für diese Überlappungen könnten Kreuzungen zwischen den beiden Arten sein, die zur Entstehung von Zwischenformen – sogenannten Hybriden – führen.

Zur genaueren Unterscheidung siehe

https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/boden-klima/dateien/w75_traubeneiche_und_stieleiche_zwei_ungleiche_schwestern_bf_gesch.pdf

Flaumeiche

Quercus pubescens

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Flaumeichen kommen mit extremen Bedingungen wie Trockenheit, flachgründigen Böden oder steilen Hanglagen zurecht. Die Flaumeiche kann in extremen Lagen auch als großer Busch überleben. Keine andere Baumart hält diese extremen Bedingungen aus.

Nähere Beschreibung siehe hier:

http://www.gehoelze.ch/flaumeiche.pdf

 

Zerreiche

Quercus cerris

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Die Zerreiche hat Ihren Ursprung in Süd- und Südosteuropa. Sie kommt dort vorwiegend in Laubmischwälder vor und gilt als „Klimawandelgewinner“. Das European Forest Data Centre (EFDAC, Joint Research Centre), prognostiziert bei unterschiedlichen Szenarien des Klimawandels eine natürliche Migration der Zerr-Eiche aus ihrem (ost-)submediterranen Hauptverbreitungsgebiet in den norddeutschen Raum bis zum Ende des 21. Jahrhunderts.

Nähere Beschreibung siehe hier:

https://www.waldwissen.net/wald/baeume_waldpflanzen/lfe_wald_zerreiche/index_DE

Eichen, die bei uns nicht heimisch sind aber in Parks angepflanzt werden

Scharlach-Eiche (Quercus coccinea); Heimat Nordamerika

Bild-abc.jpg … Bitte Bilder extra mitsenden …

https://www.baumportal.de/scharlach-eiche.htm

 

Amerikanische Eiche (Roteiche) Quercus rubra; Heimat Nordamerika

Bild-abc.jpg … Bitte Bilder extra mitsenden …

https://www.baumportal.de/amerikanische-eiche

Zur Unterscheidung der verschiedenen Eichenarten siehe.

https://de.m.wikihow.com/Eichenbl%C3%A4tter-erkennen

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Erle

Alnus

 

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Esche

Fraxinus

 

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Eschen-Ahorn

Acer

 

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Essigbaum

Rhus

 

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Faulbaum

Frangula

 

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Fichte

Picea

 

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Föhre/Kiefer

Pinus

 

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Gleditschie

Gleditsia

 

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Goldregen

Laburnum

 

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Götterbaum

Ailanthus

 

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Hainbuche

Carpinus

 

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Haselnuss

Coryllus

 

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Heckenkirsche

Lonicera

 

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Holunder

Sambucus

 

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Kastanie

Aesculus

 

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Kreuzdorn

Rhamnus

 

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Kriecherl

Prunus domestica

 

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Lärche

Larix

 

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Liguster

Ligustrum

 

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Linde

Tilia

 

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Marille

Prunus armeniaca

 

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Maroni

Castanea

 

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Maulbeerbaum

Morus

 

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Pappel

Populus

 

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Pfaffenhütchen

Evonymus

 

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Pfirsich

Prunus persica

 

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Robinie

Robinia

 

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Schneeball

Viburnum

 

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Sommerflieder

Buddleja

 

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Stechpalme

Ilex

 

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Tamariske

Tamarix

 

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Tanne

Abies

 

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Traubenkirsche

Prunus padus

 

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Tulpenbaum

Liriodendron

 

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Ulme

Ulmus

 

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(Vogel)-Kirsche

Prunus avium

 

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Walnuss

Juglans

 

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Weichsel

Prunus cerasus

 

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Weide

Salix

 

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Weißdorn

Crataegus

 

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Weißdorne beherbergen 54 Arten von Schmetterlingsraupen.

Quelle: Wikipedia

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Zwetschke

Prunus domestica

 

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