Jüngere Eisenzeit (Latènekultur): 400 -15 v. Chr.

Raum 1, Vitrine 8b

Die Kelten mit der ihnen eigenen Kultur und Kunst haben in weiten Teilen Europas diesen Zeitabschnitt geprägt (die jüngere Eisenzeit wird nach einem wichtigen schweizerischen Fundort am Neuenburger See auch Latènekultur genannt). Neben dem auf ihren Wanderungen verbreiteten keltischen Volkstum übernahmen auch viele einheimische Kulturen keltische Eigenheiten und Modeerscheinungen (Waffen, Verwendung der Drehscheibe etc.).

In Bernhardsthal gibt es aus dieser Zeit allerdings nur spärliche Hinterlassenschaften, wie ein inmitten des jüngeren slawischen Friedhofes in der Flur Kohlfahrt angetroffenes Mittellatènegrab (Abb. 3, Nr. 14). In der Vitrine befindet sich ein mittellatènezeitliches Drehscheibengefäß, zwei Eisenlanzenspitzen, ein Bronzearmreifbruchstück und ein Mahlstein (bei allen näheren Fundortangaben fraglich). Die „spätlatènezeitlichen” Kammstrichtopfreste kamen im Bereich der germanischen Siedlung „Feldl”, in der Flur Aulüssen zutage, ebenso der Hüttenlehm (siehe dazu auch das Foto einer rekonstruierten eingetieften Hütte vom Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya an der Rückwand der Vitrine).