Das Hügelgrab von Bullendorf

1 Hügel, ausgegraben.
Pol. Bez.: Mistelbach
Ger. Bez.: Mistelbach
Ortsgemeinde: Bullendorf
Katastralgemeinde: Bullendorf

Parz. Nr. 1475/76.

Lage:

Eine Viertelstunde Weges südwestlich vom Orte (Much 1875), in der Flur "Leeäcker", hart an der Grenze der Gemeinde Hobersdorf (H. Mitscha-Märheim 1930-34).

Fundgeschichte:

Der Hügel wurde von M. Much 1874 entdeckt (M. Much 1876), der ihn auch, etwa zur gleichen Zeit wie die Hügel von Rabensburg und Bernhardsthal, ausgrub (M. Much 1878). Von M. Much stammt auch eine Beschreibung des Hügels:

"Einer der kleinsten, aber auch wahrscheinlich einer der ältesten Tumuli, auf einer Anhöhe, eine Viertelstunde Weges südwestlich vom Orte. Er ist weithin sichtbar. Seine Höhe beträgt 3 Meter, sein Umfang an der Basis 92 Schritte, der Umfang seines Plateaus, das muldenförmig vertieft ist, 32 Schritte. Durch seichtes Nachgraben an seiner Nordseite, wo er von einer Schottergrube schon nahe bedrängt wird, erhielt ich Scherben von Freihandgefäßen roher Arbeit und ohne Verzierungen. Dieser Tumulus heißt der Leeberg." (M. Much 1875.) "Meine Durchgrabungsversuche erstreckten sich endlich auch noch auf den, von mir bereits vor mehreren Jahren aufgefundenen Tumulus von Bullendorf an der Zaya. Auch dieser enthielt eine Anzahl von Gefäßen". (M. Much 1878.)

Publikationen:

  • M. Much, Germanische Wohnsitze und Baudenkmäler in Niederösterreich, MAG 5 1875 218.
  • M. Much, Germanische Wohnsitze und Baudenkmäler in Niederösterreich. Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im Jahre 1874, Bl. d. Ver. f. Lkde. NÖ. 1876 172.
  • M. Much, Neu aufgefundene prähistorische Bau-Denkmäler in Niederösterreich, MZK N. F. IV 1878 LXXIX.
  • H. Mitscha-Märheim, FÖ 1 1930-345.
  • L. Franz, die hallstättischen Hügelgräber von Bernhardstal, Rabensburg und Bullendorf (Nied.-Öst.), WPZ IX 1922 44ff.
  • K. Kromer, Chr. Peschek, Die hallstättischen Grabhügeln in Niederösterreich und im Burgenland, MAG 87 1957 56 (die dortigen Angaben treffen teilw. nicht zu).

Verwahrung der Funde:

Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien,

Inv.-Nr. 4290-4293, 4757-4760, 4991, 10040. Z. T. nicht mehr vorhanden.

Hügelausmaße:

H. 3 m, Umfang 92 Schritte (M. Much 1875), muldenförmig vertieftes Plateau von 32 Schritten Umfang (M. Much 1875).

Bestattung:

Keine näheren Angaben.

Beigaben:

16 Tongefäße, z. T. mit Deckeln und Bruchstücke von Gefäßen. Bruchstück eines Steinbeiles. (L. Franz 1922.)

Inventar des Hügels von Bullendorf:

Reihenfolge der Funde nach L. Franz 1922:

1. Großes doppelkonisches Gefäß, dunkelgrauer Ton, Oberfläche schwarz geschlickert. Kleine, fußförmig abgesetzte Standfläche, weit ausladender Bauch, durch Furche abgesetzter, hoher konischer Hals, breiter, ausladender Mundsaum.
Stfl. 13, H. 46,5, Ms. 25,2, Bauchdm. 46 cm. (Taf. 53/2.)

Taf.53/2

Großes doppelkonisches Gefäß, dunkelgrauer Ton, Oberfläche schwarz geschlickert; Form wie oben.
Stfl. 12,8, H. 46, Ms. 25,2, Bauchdm. 47,3 cm
Inv.Nr. 4991. (Taf. 54/2.)

Taf.54/2

 

Großes doppelkonisches Gefäß, dunkelgrauer Ton, Oberfläche schwarz geschlickert; etwas ergänzt; Form wie oben.
Stfl. 12, H. 48,8, Ms. 25,5, Bauchdm. 48,2 cm. (Taf. 55.)

Taf.55

Großes doppelkonisches Gefäß. Dunkelgrauer Ton, Oberfläche schwarz geschlickert; etwas ergänzt; Form wie oben.
Stfl. 13,5, H. 49,5, Ms. 25,8, Bauchdm. 47 cm
Inv.Nr. 4293. (Taf. 56/2.)

Taf.56/2

2. Bauchiges Gefäß, dunkelgrauer Ton, Oberfläche schwarz geschlickert; etwas ergänzt. Fußförmig abgesetzte Standfläche, weit ausladender Bauch, abgesetzte, deutlich ausgeprägte Schulter, kurzer konischer Hals, ausladender Mundsaum. Auf der Schulter Reste eines Zick-zack-Bandes in Graphitmalerei.
Stfl. 10,5, H. 24,5, Ms. 17,5, Bauchdm. 33,5 cm
Inv.Nr. 4290. (Taf. 54/1.)

Taf.54/1

3. "Hälfte eines bauchigen Tongefäßes mit Mundsaum. Rand in einer Breite von ungefähr 7 cm graphitiert, unterer Teil der Urne in einer Breite von etwa 13 cm naturfarben;, am oberen Ende dieses Streifens zwei umlaufende Graphitstreifen. Bauch des Gefäßes rot bemalt und mit Furchen, die mit Graphit nachgezogen sind, verziert". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

4. "Konisches Tongefäß, nicht graphitiert". (L. Franz 1922.)
H. 19, Ms. 16 cm.
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

Deckel des obigen Gefäßes, graubrauner bis dunkelgrauer Ton, Oberfläche mit Glättspuren; etwas ergänzt. Konische Form, oben Vogelfigur aufgesetzt, Kopf fehlt.
Dm. 18,8, H. 12 cm
Inv.Nr. 10040. (Taf. 53/1.)

Taf.53/1

5. "Drei Fußschälchen aus Ton mit waagrechtem Mundsaum. Außen naturfarben, innen schwarze Dreiecksmuster auf rotem Grunde. Größtes 4,5 cm hoch, 9 cm Mündungsweite".(L. Franz 1922).
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

6. Schale aus Ton. Omphalos, konische Wand, gerade abgeschnittener Mundsaum. Innen Graphitmalerei: Omphalos graphitiert, davon ausgehende, sternförmig nach außen gerichtete Streifen.
Stfl. 2,4, H. 4,4, Ms. 12,4 cm
Inv.Nr. 10042.
Nicht mehr vorhanden.
(Taf. 57. Zeichnung nach Karteikarte.)

Taf.57

Drei weitere Scha1en wie oben.
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

7. Schale, dunkelgraubrauner Ton. Abgesetzte Standfläche, konische Wand, leicht eingezogener Mundsaum.
Stfl. 6, H. 6,5, Ms. 15,5 cm
Inv.Nr. 4757. (Taf. 56/1.)

Taf.56/1

Zwei weitere Scha1en wie oben.
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

8. "Fragmentierter Tondeckel wie Nr. 3, von der Tierbekrönung nur mehr der Schwanzteil vorhanden". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

9. "Bruchstück von einer flachen Schale mit Spur von Graphitierung". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

10. "Bruchstück von einem groben, konischen Tongefäße". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

11. "Fuß von einem Fußsehälchen wie Nr. 5". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

12. "Tongefäßscherben: Graphitierte; rotbraune mit Graphitstreifen; mit Furchen, die schwarz nachgezogen sind; Randscherben von einem dünnwandigen Gefäße, mit eingestochenen Punkten und Strichen verziert". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

13. "Zwei durchlochte Tongefäßseherben". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.

14. "Bruchstück einer Lochaxt aus Urgestein". (L. Franz 1922.)
Nicht mehr vorhanden.
Ohne Inv.Nr.