Archeologia Austria Beiheft 15
Die hallstattzeitlichen Grabhügel von Bernhardsthal,Rabensburg und Bullendorf, P.B.Mistelbach, NÖ
eine Materialvorlage von Helga Kerchler

 Mit 4 Abbildungen und 57 Tafeln
und 4 Plänen
1977
Franz Deuticke,Wien

Für das Internet überarbeitet von Friedel Stratjel

Vorbemerkung

In der Sammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien befindet sich das Inventar der Hügelgräber von Bernhardsthal, Rabensburg und Bullendorf, alle pol. Bez. Mistelbach in Niederösterreich. Von diesen insgesamt sieben, in Hallstatt C-D zu datierenden Hügeln wurden sechs in den späten 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von M.Much geöffnet, er verfaßte darüber auch zwei kurze Fundberichte:

Foto der Sammlung Much mit den Funden aus Bernhardsthal

Sammlung Much

  • M.Much, Neu aufgefundene prähistorische Bau-Denkmäler in Niederösterreich, MZK, N. F. IV, 1878, S. LXXIX und
  • Derselbe, Niederösterreich in der Urgeschichte, Berichte und Mitteilungen des Alterthums-Vereines zu Wien, XIX, 1880, S. 128ff.

1912 ging die Sammlung Muchs und damit auch das reiche keramische Material aus den genannten Grabhügeln in den Besitz des Instituts für Ur- und Frühgeschichte über. Die Funde wurden 1922 von L. Franz erstmals vorgelegt:

Die Beschreibungen sind allerdings recht kursorisch gehalten und die Abbildungen beschränken sich auf einige wenige Stücke.

Als das Institut, das seit 1912 in einer Wohnung des Hauses in Wien 9., Wasagasse 4, untergebracht war, in den Jahren 1944 und 1945 durch Bombentreffer teilweise zerstört wurde, ging dabei auch das Fundmaterial von Rabensburg, Bernhardsthal und Bullendorf zum Großteil in Trümmer. Vor kurzem konnte nun die Restaurierung der durch Kriegseinwirkung beschädigten Sammlungsbestände abgeschlossen werden und das wurde zum Anlaß genommen, diese wichtigen und bekannten, aber bisher noch nicht entsprechend publizierten Funde aus den genannten Hügelgräbern zu zeichnen, neu zu beschreiben und in einem Fundkatalog vorzulegen. Einige Objekte sind allerdings verloren gegangen; von diesen konnten Zeichnungen nur mehr nach eventuell auf Karteikarten vorhandenen Skizzen angefertigt werden.

Der mühevollen Arbeit, die restaurierten Funde anhand der Karteikarten und den kurzen Beschreibungen in der Publikation von L. Franz zu identifizieren und den einzelnen Hügeln zuzuordnen unterzog sich dankenswerter Weise H. Friesinger, unterstützt durch Laborant H. Kühler. Der beste Dank sei an dieser Stelle der Kulturabteilung des Amtes der Niederösterreichischen Landesregierung ausgesprochen, die eine Subvention für die Zeichnung der Fundgegenstände durch den Graphiker Leo Leitner zur Verfügung stellte.

Die Hügelgräber von Bernhardsthal und Rabensburg wurden 1974 über Auftrag des Bundesdenkmalamtes in Wien von Dipl.-Ing. K. Oppeker vermessen und auf den entsprechenden Katasterplänen eingetragen. Diese Vermessungs- und Katasterpläne sowie eine Luftaufnahme dieser Hügel wurden der Publikation beigegeben.