Bernhardsthaler Schmetterlingskalender
Jahreskalender 2019

mit den Siegerfotos aus den Einsendungen
der Großgemeinde Bernhardsthal

Erhältlich zum Selbstkostenpreis von € 10,-
   - im Museum
   - am Gemeindeamt Bernhardsthal
   - in der RAIKA Bernhardsthal
   - beim Adventmarkt 1. Dez. 2018 im Pfarrheimsaal
     am Stand des DOERN

Am Holzweg      (Testbetrieb)  

Mit Klick zu den Einzeldarstellungen

1 2 3 4 5

 

 

1   Feldahorn

Acer campestre

 

Der Feldahorn wächst meistens als sommergrüner Strauch und ist nur unter günstigen Bedingungen als Baum mit Wuchshöhen von 15 Metern anzutreffen; in Einzelfällen wird er aber auch höher als 20 Meter und kann einen Stammumfang von über 1 m erreichen.

Der Feldahorn kann 150 bis 200 Jahre alt werden. Der Feldahorn hat ein intensives Herzwurzelsystem, das insgesamt recht unempfindlich ist und nur auf stark sauren oder tonigen Böden nicht gut wächst. Die Rinde ist braun-grau und netzrissig.

 

Quelle: Wikipedia

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2   Spitzahorn

Acer platanoides

Der Spitzahorn ist ein sommergrüner Baum, der durchschnittliche Wuchshöhen von 20 bis 30 Metern erreicht und damit nicht so hoch wird wie der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus). Er kann etwa 150, maximal 200 Jahre alt werden. Seine Rinde ist in der Jugend glatt und blassbraun; im Alter ist die Borke dunkelbraun oder grau; die Struktur ist längsrissig und nicht schuppig. Bei Verletzung der Laubblätter oder der jungen Zweige tritt Milchsaft aus.

 

Quelle: Wikipedia

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3    Bergahorn

Acer pseudoplatanus

 

Der Berg-Ahorn kann über 30 Meter hoch und über 500 Jahre alt werden. Mit aufstrebenden Ästen und einer abgerundeten Krone besitzt er als Solitärpflanze eine eindrucksvolle Gestalt.

Die Rinde bei jungen Bäumen ist hell-braun-grau und glatt. Sie wandelt sich mit dem Alter ins Dunkelgraue, wird schwachborkig und blättert im fortgeschrittenen Alter plattig ab. Das Aussehen des Stamms ist dann platanenähnlich.

Die gegenständigen Blätter sind fünflappig, wobei die mittleren drei Blattlappen voll ausgebildet sind. Im Vergleich zum Spitzahorn sind die Blattlappen des Berg-Ahorns kürzer zugespitzt und die Spitzen der Blattlappen nicht in langen, schmalen Zipfeln ausgezogen. Die einzelnen Blattlappen treffen im spitzen Winkel aufeinander. Die Blattspreite ist am Stielansatz eingezogen. Die Blätter werden bis ca. 20 cm lang und bis etwa 15 cm breit. Auf der Oberseite sind sie dunkelgrün, unterseits heller gefärbt und auf den Blattadern und in den Nervenwinkeln leicht behaart. Der Blattrand ist gesägt bis gekerbt. Die handförmig gelappten Blätter ähneln denen der Platane, worauf der botanische Name pseudoplatanus hinweist.

Die Blüten sind im Prinzip zwittrig, wobei an einzelnen Blüten desselben Baumes die männlichen oder die weiblichen Anlagen unterdrückt sein können. Sie sind gelbgrün mit fünfzähligen Blütenblattkreisen, in endständigen, traubenartigen, hängenden Rispen. Der Berg-Ahorn blüht im Mai mit dem Laubaustrieb oder unmittelbar danach.

 Quelle: Wikipedia

 

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4    Roßkastanie

Aesculus hippocastanum

 

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 m erreicht. Sie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen. Der Baum ist in der Jugend raschwüchsig und bildet einen kurzen, vollholzigen Stamm mit runder und breiter Krone aus. Alte Bäume erreichen Stammdicken bis zu einem Meter. Der Stamm ist immer nach rechts drehwüchsig und von einem gelblichweißen, kernlosen Holz. Sie kann einen Nasskern ausbilden. Wie alle Rosskastanien ist die Gewöhnliche Rosskastanie ein Flachwurzler, mit weitstreichendem, starkem Wurzelwerk. Die Triebe sind dick und bräunlichgrau mit auffallender, fünf- bis neunspuriger Blattnarbe.

Die Borke ist bei jungen Bäumen hellbraun bis braun und glatt, später wird sie manchmal etwas rötlich, und ältere Bäume haben eine graubraune, gefelderte Borke, deren grobrissige Platten sich aufbiegen und in Schuppen abblättern. Die fingerförmig zusammengesetzten Laubblätter sind sehr groß, oberseits sattgrün, kahl, schwach glänzend und unterseits hellgrün mit filzigen Adern. Der Blattstiel ist 10–18  cm lang und rinnig. Die einzelnen Fiederblätter, 5–7 an der Zahl, sind schmal verkehrt-eiförmig, 9 bis 18 cm lang und etwa 10 cm breit, am Ende fein zugespitzt, mit doppelt gesägtem Blattrand und an der Basis keilförmig verschmälert. Die Knospen sitzen gegenständig, mit einer auffallenden großen und dicken Endknospe, die eikegelig-spitz, mehrschuppig, glänzend und klebrig ist. Die Knospen erscheinen im Herbst.

 

 Quelle: Wikipedia

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5    Schwarz-Erle

Alnus glutinosus

 Die Schwarz-Erle ist ein sommergrüner Laubbaum und erreicht eine Höhe von 30 Metern, selten auch bis zu 40 Metern mit Stammdurchmessern von bis zu einem Meter. Der Stamm ist von geradem Wuchs und erstreckt sich bis zur Kronenspitze. Die Kronenformen sind innerhalb des Verbreitungsgebiets sehr unterschiedlich, üblicherweise wird sie als pyramidal beschrieben. Auffallend ist die bis ins hohe Alter auftretende Syllepsis (Entstehung von Seitentrieben ohne Knospenstadium); an jüngeren Bäumen können sich die sylleptischen Seitentriebe sogar noch einmal sylleptisch verzweigen. Die Schwarz-Erle erreicht mit 100 bis 120 Jahren ein vergleichsweise geringes Alter; Bäume aus Stockausschlägen erlangen selbst dieses Alter nicht.

 Quelle: Wikipedia

 

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WAS IST EIGENTLICH FEINSTAUB ?

Alles was wie Staub in der Luft schwebt, also Rauch, Pollen, Fasern, auch Sand aus der Sahara (!), Gummiabrieb von Autoreifen und Abrieb von Autobremsen, nicht zu vergessen der Staub in Wohnräumen, also Zigarettenrauch, Duftkerzen, Lurch u.s.w.
Die Staubpartikel sind naturgemäß sehr klein und je kleiner sie sind, desto gefährlicher können sie für die Gesundheit sein, denn sie werden eingeatmet und können über die Lunge bis in den Blutkreislauf gelangen.

Eine Maßzahl für die Größe ist PM (Particulate Matter). PM 10 bedeutet alles was 10 Mikrometer und kleiner ist, also kleiner oder gleich 0,01 mm. PM 2,5 bedeutet kleiner oder gleich 0,0025 mm. Unsere Messeinrichtung kann PM 10 und PM 2,5 messen. Dazu wird die Staubluft durch eine winzige Kammer gesaugt und von einem Laserstrahl beleuchtet. Wenn ein Staubpartikel durch den Lichtstrahl fliegt, erzeugt es eine Lichtstreuung, die ein Lichtsensor auffängt. Die Anzahl und Stärke der Lichtreflexe ist ein Maß für die Menge und Größe der Staubpartikel. Der Zählwert wird dabei in Mikrogramm pro Kubikmeter Luft umgerechnet (µg/m3). Der Wert von 50 µg/m3 gilt als Gefahrengrenze.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub

HINTERGRUNDINFORMATION

Eine Gruppe feinstaubgeplagter und technikbegeisterter Leute in Stuttgart hat eine Initiative gestartet, mittels selbstgebauter Sensoren eine Netz von Überwachungsstationen zu errichten, um flächendeckend Feinstaub überwachen zu können.

Stuttgart ist durch seine Lage besonders von Wetterphänomenen wie Inversions-Wetterlage und fehlende Luftumwälzung durch Winde sehr stark von Feinstaubproblemen heimgesucht. Die Stadtverwaltung betrieb bis jetzt nur 4 Messstationen für Feinstaub, wodurch nur punktuelle Aussagen über die Luftqualität gemacht werden konnten. Außerdem wurden die Ergebnisse der Messung nur einmal am Tag ausgewertet.

Dieser Mangel beflügelte junge Stuttgarter Technikerinnen und Techniker Feinstaubsensoren zu bauen, die notwendige Software zu schreiben und die Übertragungsmethoden auszuwählen, um für wenig Geld Messgeräte betreiben zu können. Diese wurden alsbald in hundertfacher Zahl von Privatpersonen in der Stadt aufgestellt und betrieben. Die Messgenauigkeit dieser Sensoren ist zwar nicht so hoch wie die eines geeichten Messgerätes - welches ungefähr das Tausendfache eines Amateurgerätes kostet - aber die Ergebnisse sind vor allem durch die große Zahl von Sensoren von hoher Transparenz für die Feinstaub-Verhältnisse in einer ganzen Stadt.

Das Projekt, welches unter dem Namen OK-Lab-Stuttgart läuft, war so erfolgreich, dass sich sehr bald Amateure in anderen Städten und Ländern beteiligten, sodass die Zahl der Betreiber solcher Stationen bald über 1000 wuchs.
Übrigens: Unser Sensor im Museum hat die Nummer 2632.

HAT BERNHARDSTHAL EIN FEINSTAUBPROBLEM ?

Nein! Wir sind eine ländliche Gemeinde mit viel Wind und wenig Autoverkehr.
Ja, im Winter stinkt es manchmal wegen einiger mangelhaft ausgeführter Strohheizungen und Holzbrandheizungen und vor Jahren hat man noch im Herbst systematisch die abgeernteten Getreidefeder angezündet, da gab es oft Gestank und graue Wäsche, aber durch gesteigertes Umweltbewusstsein mancher Verursacher sind diese Probleme in Bernhardsthal kleiner geworden.

Aber ein Museum hat auch einen Bildungsauftrag und so entstand das Projekt "FEINSTAUBSENSOR" als Lehr- und Lernobjekt, nicht nur für Schüler, die uns mit ihren Lehrkräften besuchen, sondern auch für alle Museumsbesucher, die nicht nur nach Vergangenheit und Urgeschichte trachten.

Unser Sensor wurde nach den Anregungen der Gruppe "OK-Lab Stuttgart" zusammengebaut und am Fensterbrett Richtung Museumsplatz aufgestellt

 

Sensor Außenanlage

 

Elektronik im Ausstellungsraum

kleine OLED-Anzeige

Die Außenanlage beinhaltet den Feinstaubsensor mit Ansaugvorrichtung, Laser und Auswerteelektronik. Weiters ist ein Temperatursensor und ein Messfühler für relative Luftfeuchte eingebaut. Alle Messwerte werden digitalisiert und gemeinsam mit den Feinstaubwerten auf einem dünnen Kabel zur Innenanlage übertragen.

Die Elektronik der Innenanlage befindet sich in einem kleinen Kästchen (etwa 11 x 6 x 3 cm) auf dem Fensterbrett im Ausstellungsraum. Dieses enthält die Stromversorgung, einen Mikrocontroller vom Typ NodeMCU-ESP8266 mit Wi-Fi/WLAN Anbindung sowie eine winzige Anzeige in OLED-Technik zur Darstellung der aktuellen Werte.

Die Messwerte werden über die Wi-Fi/WLAN-Verbindung per Internet zu einem Server in Stuttgart übertragen. Dort werden die Messwerte gesammelt und grafisch aufbereitet. Über Internet können die Ergebnisse am Smartphone, Tablet oder PC gelesen werden.

EUROPAKARTE DER FEINSTAUBSENSOREN

Die Adresse http://stuttgart.maps.luftdaten.info führt zu einer Karte der Feinstaubsensoren, die von dem Projekt des OK-Lab Stuttgart koordiniert werden. Der Link ist so eingestellt, dass unser Sensor in Bernhardsthal in der Mitte des Bildes erscheint.
Die Karte kann vergrößert, verkleinert und verschoben werden. Man erkennt auch, dass sogar auf anderen Kontinenten solche Feinstaubsensoren installiert wurden.

Jedes Sechseck ist ein Sensor oder eine Gruppe von Sensoren, je nach Auflösungsgrad der Karte.
Links unten ist eine Farbskala eingezeichnet, nach welcher der Verschmutzungsgrad der Luft leicht erkennbar ist.

  • Grün ist unbedenklich,
  • Orange ist der Grenzwert,
  • bei Rot oder gar Violett wird es gesundheitlich bedenklich.

Beispieldaten vom 27. Juli 2017 (man kann die Karte anklicken, um die neuesten Daten zu bekommen)

 

FEINSTAUB IN BERNHARDSTHAL

Die aktuellen Feinstaubwerte der letzten 24 Stunden unseres Sensors findet man unter der Adresse https://www.madavi.de/sensor/graph.php?sensor=esp8266-463975-sds011

Man beachte, dass die Uhrzeit die koordinierte Weltzeit (UTC) ist. Für unseren Standort müssen wir daher 1 Stunde dazuzählen, im Sommer sogar 2 Stunden.

Die rote Kurve zeigt den "groben" Feinstaub (PM10) und die blaue Kurve die gefährlicheren PM2,5 Feinstaub, angegeben in Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3). Wie schon zuvor gezeigt bedeuten Werte über 50µg/m3 Feinstaubgefahr !

Beispieldaten
vom 27. Juli 2017

(man kann die Karte anklicken,
um die neuesten Daten zu bekommen)

Die weiteren Diagramme darunter zeigen:

  • die letzte Woche
  • das letzte Monat
  • das letzte Jahr
  • die Tagesdurchschnittswerte
    der letzten Woche

(man kann die Karte anklicken,
um die neuesten Daten
zu bekommen)

 TEMPERATUR UND LUFTFEUCHTIGKEIT IN BERNHARDSTHAL

Die aktuellen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsdaten der letzten 24 Stunden unseres Sensors findet man unter der Adresse https://www.madavi.de/sensor/graph.php?sensor=esp8266-463975-dht

Man beachte, dass die Uhrzeit die koordinierte Weltzeit (UTC) ist. Für unseren Standort müssen wir daher 1 Stunde dazuzählen, im Sommer sogar 2 Stunden.

Die rote Kurve zeigt Temperatur in °C und die blaue Kurve die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Wie anfangs gezeigt ist der Messort unsere Hausfassade am Museumsplatz.

 

Beispieldaten
vom 27. Juli 2017

(man kann die Karte anklicken,
um die neuesten Daten zu bekommen)

Auch hier gibt es unterhalb dieser beiden Diagramme noch die folgenden Ansichten:

  • die letzte Woche
  • das letzte Monat
  • das letzte Jahr
  • die Tagesdurchschnittswerte der
    letzten Woche

 

WEB-LINKS:

Johann Weigl,
der Stifter der Nepomuk Statue
an der Reintaler Straße
ist auch der "Stammvater" vieler
alteingesessenen
Bernhardsthaler Familien.

Dank der Forschungsarbeit von Friedel Stratjel sind die ersten 5 Generationen der Nachkommen des Johann Weigel als ausdruckbare Datei aufgelistet und können mit der Schaltfläche "Download" heruntergeladen werden.

Download  (100kByte)

In der 5. Generation sind in obiger Liste bereits 300 Familien zu finden. Viele Bernhardsthaler kennen vermutlich ihren eigenen Stammbaum bis in das 19. Jahrhundert und können nun mit dieser Datei bis in das 17. Jahrhundert zurückblicken.

 

Ein Stammbaum

Text: Friedel Stratjel 2017

Bäume sind schon seit alter Zeit ein Zeichen gewisser Stärke, die Wurzeln geben Kraft, der Stamm trägt und die Krone bietet Raum für buntes Leben. So manchem ist Yggdrasil, die Weltenesche der germanischen Mythologie, bekannt. Bei den Babyloniern streckt der heilige Baum seine Zweige in den Himmel, seine Wurzeln in die Unterwelt, der Stamm ist die irdische Verbindung. Auch in der Bibel ist ein Baum schon in den Ursprungserzählungen vorhanden.

Ein Stammbaum ist nun ein bisschen etwas anderes. Er kann z.B. ein schöner Baum in der erwanderbaren Umgebung sein. Für mich sind/waren es in Bernhardsthal gleich mehrere, erst mein großer Apfelbaum auf den Sandlehen, dann die Esche bei der Wehr am Moosanger und, in Erinnerung, die leider gefällte riesige Graupappel bei der Kläranlage.

Für die Familiengeschichte wird der Begriff „Stammbaum“ für die Darstellung der Vorfahren verwendet. Vielleicht ist es wie bei den mythologischen Bäumen, man möchte Kraft aus den Wurzeln (modern speak: roots) ziehen. Wenn man eine Darstellung weniger Generationen untereinander betrachtet, schaut es wie ein Christbaum aus, wird rasch sehr weit, da sich die Vorfahrenanzahl mit jeder zusätzlich einbezogenen Generation verdoppelt.

Die Suche nach „(Familien-)Stammbäumen“ ist nicht ganz neu, denken Sie nur an das Evangelium nach Matthäus: „Jesse autem genuit David regem“ u.s.w.

Im Altertum zog man gerne Götter in die Ahnenreihe, entweder wollte man wichtiger sein oder kannte man die eigenen Vorfahren nicht. Bekannte Herrschergeschlechter schafften es in ihren Fantasiestammbäumen bis Nero, viele Fürstenhäuser wollten ihre Herrschaft mit lang herrschender Ahnenreihe legitimieren. Im Orient ist die Abkunft von Mohammed und der Nachweis dieser Abkunft in einer Stammrolle ein wichtiger sozialer Faktor und wird durch eine eigene Turbanfarbe öffentlich gezeigt.

Für den einfachen Bürger unserer Gegend wurde ein Stammbaum erst im „3. Reich“ wichtig. Viele „Ariernachweise“ haben sich seit dieser Zeit erhalten und wurden später weitergeführt.

Ganz selten habe ich junge Leute getroffen, die von sich aus größeres Interesse an ihrem Stammbaum hätten. Meist sind es Personen im Pensionsalter, die die Familienherkunft, von der sie noch ein wenig mehr wissen als die nächste oder übernächste Generation, für ihre Nachkommen dokumentieren wollen. Mir selbst genügten lange Zeit auch 2-3 angerissene Generationen, heute, mit 76, bin ich bei 12 Generationen mit Ahnen aus der Schweiz, Schlesien, Mähren, Steiermark, der Slowakei und fast allen Orten bis Zistersdorf und Poysdorf mit über 500 Personendaten. Noch von der 8. Generation konnte ich 50% (128 der 256) der möglichen Ahnen erfassen.

Quellen für die Stammbäume sind hauptsächlich die Vorläufer der Standesämter, also die Matriken der Pfarren. Deren Inhalt muss man, oft mit Zweifel nicht nur bei „mater semper certa est“ akzeptieren.
Leider sind die Matriken oft unvollständig, schlecht erhalten und manchmal sehr schwer lesbar. Die Lücken und erkennbaren Fehler habe ich bei den Bernhardsthaler Matriken aufgelistet. In den Matriken sind Einzeleintragungen von Taufe, Hochzeit und Tod, die sich nicht immer leicht, z.B. wegen unterschiedlicher Namensschreibweise, verknüpfen lassen. Bei gleichen Namen muß man andere Quellen hinzuziehen, in Bernhardsthal helfen nur Grund- und Gewährbuch (beide bis zum 30-jährigen Krieg zurückreichend), nach denen man Personen bestimmten Häusern zuordnen kann.

Aus den in Bernhardsthal nur bis 1700 (Hausbrunn z.B. 1639) zurückreichenden Matriken und Auszügen aus den Matriken der Nachbarpfarren habe ich in schön langsam eine Datenbank mit 18.370 Geburten, 4.060 Hochzeiten und 12.170 Sterbedaten aufgebaut. Wenn möglich, sind bei den Personen Eltern und Großeltern eingetragen, bei Hochzeiten die Eltern.

Wenn nun sehr viele Vorfahren aus Bernhardsthal sind, so wie z.B. bei Maria Huber, kann man schon aus der Bernhardsthal-Datenbank einen beachtlichen Stammbaum erstellen. Für weitere Forschungen stehen die in www.matricula publizierten Matriken zur Verfügung. Bei uns sind natürlich auch die mährischen Matriken wichtig, die über die Universität Brünn abgefragt werden können.

Quellen zu Bernhardsthal

Hauptquelle sind die Register der Pfarre Bernhardsthal, d.h. Tauf-, Sterbe- und Trauungsregister, die in der Registerdatenbank zusammengeführt sind. Fehlende Eintragungen (Personen sind nicht in allen der 3 Register enthalten), Namensdivergenzen (für z.B. „Bohrn“ gibt es verschiedenste Schreibweisen) usw. wurden, wenn möglich, bereinigt. Die Daten von Reintal, ursprünglich zur Pfarre gehörend, sind nur von 1700 bis 1800 erfaßt.

Die Register beginnen 1700 und so lassen sich aus den Altersangaben des Sterberegisters die Geburtsdaten bis 1613 errechnen. Zusätzlich wurde das Grund- und Gewährbuch (Kaufverträge ab 1630), sowie das Hausregister von Franz Zelesnik (aktueller Stand in „Hausbesitzerreihen in Bernhardsthal ab 1605“) als Quelle verwendet.
Die weitest zurückliegenden Daten stammen aus dem Liechtenstein-Urbar 1644, dem Index animarum 1631 und der Geschädigtenliste 1605. Die Verbindungen dieser Daten mit den Registern sind aber mit einigen Unsicherheiten behaftet.

Stammbäume in der Liste

Die gelisteten Stammbäume erfassten alle Personen nach dem Wissenstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Alle können über zusätzliche Register oder Matriken weitergeführt werden.
Die Auswahl der Stammbäume ist natürlich nicht ganz zufällig. Dennoch bieten schon diese wenigen Stammbäume für viele Personen mit Vorfahren aus Bernhardsthal die Möglichkeit sich einzuklinken, z.B. in die großen Familien der Schultes, Tanzer, Hess, Bohrn, Berger, Weilinger usw. und nur die letzten Generationen zu ergänzen. Sogar die Auswahl weist ja Parallelen auf.

 


 Der Aufbau eines Stammbaums

In den Tabellen sind die Personendaten, wenn gesichert, schwarz, wenn unsicher, rot geschrieben. In einigen Fällen fehlt das Geburts- oder Sterbedatum, weil es in dem entsprechenden Register nicht enthalten war. Wenn zum Beispiel in den Angaben das Geburtsjahr, Tag und Monat fehlten, wurde das Jahr aus dem Alter bei der Trauung oder dem Sterbealter errechnet. Dieses ist jedoch oft unsicher, da die Pfarrer die Familienangaben selten überprüften. Im Feld zwischen Vater und Mutter stehen das Hochzeitsdatum, die Geburtshausnummer (vor 1770 aus der Hausliste, oft auch das Elternhaus der Mutter)  und die Kinderanzahl (nicht immer komplett).
Kinderzahlen können vor 1700 gestorbene Kinder nicht enthalten. Weitere oder vorgehende Ehen sind nur teilweise angegeben.

 Die Daten sind mit Nummern versehen. Ausgangspunkt ist (1), der Vater hat (2) und die Mutter (3), die Großeltern (4) (5) (6) (7).

1
2 3
4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14 15

Diese Zählweise wird in der Genealogie als Kekule-Nummerierung bezeichnet (siehe Wikipedia: Kekule Nummer). Die Nummer des Vaters ist immer doppelt so hoch wie die des Kindes. In jeder Generation verdoppelt sich die Anzahl, die 11. Vorgängergeneration besteht also aus 2048 Personen. Mit allen in den unteren Generationen ergibt dies inklusive der 11. Generation 4095 Personen.

Generation Nummern
4 16 - 31
5 32 - 63
6 64 - 127
7 129 - 255
8 256 - 511
9 512 - 1023
10 1024 - 2047
11 2048 - 4095

 

Bei Verwandtschaften innerhalb eines Stammbaums scheinen dieselben Personen mehrmals auf - natürlich mit unterschiedlichen Nummern - die nicht immer der gleichen Generation angehören müssen. Die wichtigsten Mehrfachnennungen sind zum Beispiel im Stammbaum Maria Huber in 4 Sonderblättern, S1 – S4, zusammengefaßt. Zu einem dieser Sonderblätter gelangen sehr viele Bernhardsthaler Stammbäume.
Blau geschriebene Namen bilden stets den Ausgangspunkt eines eigenen Stammbaumblattes. 

 


Stammbaum des Heinrich Schaludek verh. mit Anneliese geb. Reiss

Der Stammbaum der Familie Heinrich Schaludek ist beispielhaft für die Genealogie Bernhardsthaler Familien. Friedel Stratjel hat hier zwei Darstellungsweisen gewählt:

  • Die Tabellenstruktur mit Einrückungen je nach Generation
  • Die Baumstruktur, ausgehende vom Stammhalter, verzweigend zu den Elterngenerationen

Die mit blauer Überschrift versehenen Teil-Stammbäume ("Sondertabellen") sind für manch andere Bernhardsthaler Familienstammbäume anwendbar, da wegen der Enge des genetischen Raumes viele Familien gemeinsame Vorfahren haben.

Der Stammbaum kann als PDF-Datei
hier heruntergeladen werden

 


Stammbaum der Maria HUBER, verh. Ertl

geb. am 2.1.1936 auf Hausnr. 255 in Bernhardsthal

Der Stammbaum ist von Friedel Stratjel in der Reihe „Beiträge zur Geschichte von Bernhardsthal und Umgebung“ erschienen und kann als Beispiel für die genealogische Arbeit über Bernhardsthaler Familien angesehen werden. Dieser Stammbaum erstreckt sich über 11 Generationen und ist mit einer Einführung versehen, welche den Gebrauch des Textes erleichtern soll. Es wird die Kekule-Nummerierung verwendet und erklärt (siehe Wikipedia: Kekule Nummer)

Es werden vier Darstellungen geboten:

  1. Stammbaum Darstellungen mit 4 Sondertabellen für mehrfach vorkommende Personen
  2. Generationenstatistik
  3. Personenliste, alphabetisch, mit den Stammbaumnummern sowie Geburts- und Sterbedatum
  4. Grafiische Darstellung der 11 Generationen
Der Stammbaum kann als PDF-Datei
hier heruntergeladen werden

 


Stammbaum der Familie Friedel Stratjel

Friedel Stratjel kann die Vaterlinie bis in die 12. Generation und die Mutterlinie bis in die 11. Generation nachweisen.

Der Stammbäume können als PDF-Datei
hier heruntergeladen werden

väterliche Linie mütterliche Linie

 


Stammbaum der Familie Maria Josefa Tanzer verh. Voithofer

Der Stammbaum kann als PDF-Datei
hier heruntergeladen werden

 

 


Stammbaum der Familie Otto Berger

Der Stammbaum der Familie Otto Berger (Kaufmann und Museumsgründer) ist mit Forschungsstand Februar 2017 bis in die 9. Generation verfolgbar.

Der Stammbaum kann als PDF-Datei
hier heruntergeladen werden

 

 


Stammbaum der Cornelie Reichl, geb 30. März 1907 in Bernhardsthal Nr. 97

 

Der Stammbaum kann als PDF-Datei
hier heruntergeladen werden

Wenn man in Bernhardsthal vom Johannes spricht, ist fast immer die Statue des Johannes-Nepomuk bei der Hubertuskapelle gemeint. Sie wurde im Jahre 1716 von dem angesehenen Bernhardsthaler Richter und Rat Johann Weigl errichtet. Der Stifter starb im Errichtungsjahr. In einer Urkunde verpflichtete er seine Familie und deren Nachkommen zur Erhaltung der Statue. Sollten keine Nachkommen mehr leben, dann erklärte sich die Gemeinde bereit, sie zu erhalten.

Der „Johannes“ in alter Aufstellung. Der Hang war leicht abgerutscht, das wahrscheinlich einmal vorhandene Kreuz in den Händen verschwunden, von einem Sternenkranz war nichts zu bemerken. Eine Renovierung und Neuplatzierung war dringend notwendig.

Die Statue sah bei ihrer Aufstellung nach Süden auf den oberen Teich. Wahrscheinlich war unterhalb, neben dem Weg nach Reintal (heute noch als Feldweg vorhanden), eine Quelle. Bei der Straßenbegradigung um 1970 wurde der „Johannes“ renoviert, etwa 10 m nach Nordost versetzt und in Richtung Straße gedreht. Seinen Status als „Wasserheiliger“ verlor er dadurch.

Lage in alten Karten

 

In der Josefinischen Aufnahme 1783

 

Im Kataster 1822

Im Kataster 1910

 

Der „Johannes“ in alter Aufstellung ...
  

 

... und nach der Renovierung

Die "hochfürstliche Baubewilligung"

Wir H.H. Richter und Rath, auch sammentl.
Gemeinde des Hochfürstl. lichtenst. Marcktes
Bernhartsthal Geben hiemit von unß zu
erkennen, wie daß unser lieber Mitnachbar
Herr Joann Weigl durch viel Jahr bißheriger
Rathsbürger allhier, auch hochfürstl. Fischmeister,
auß tragender Andacht gegen dem Heyl. Joannis
Nepomucen ihme Heiligen zu Ehren eine hohe
steinerne Bildnis aufzurichten gesinnet;
selbige aber in fortwäriger Bauständigkeit
zu erhalten; nicht nur seine Freundschaft
sich dazu obligiret, sondern auch Er, unß
Richter und Rath mit gesambter Gemeinde
zu Bernhardsthal, nun besagte h. Joannis
Von Nepomuk steinerne Bildnis bey etwann
erfolgenden zeitl. Abgang seiner nachkommenden
Freundschaft in Bestand zu erhalten; freundlich
Ersuchet; unsere gutte Frechung darüber zu er-
theilen. Wie aber wegen bemelten H. Joann
Weigels seiner löblichen Voreltern, und eygener
Pershon Ansehen, wie auch Gemeinde Verdiensten,
auch unser Andacht zu Hochgemelten heyl.
Joannes ihme solch andächtiges begehren nicht

abschlagen wollen. Also obligieren wir uns,
Richter, Rath und gesambte Gemeinde zu
Bernhartsthal, im Abgang der Weiglischen
Freundschaften, zu fortwährigen Jahren und
Zeiten hochberührte steinerne H. Joannis
Bildnis in gebührender Ehr und Anstand
Zu halten.   Dessen zu Urkund , wir
ihme H. Joann Weigel diese wohlmeinende
Gemeindeobligation mit gewöhnl Unterschrift
und Petschaft Frechung ertheilet.

Actum ber…   der 29. Aprilis anno 1716

Gemeindesiegel

H. H. Richter, Rath,
und sammentl. Gemeinde

 

 Die Statue trägt am Sockel die Inschrift:     J. W. F. E. MDCCXVI XXIII. Maji +

 


 

Die Familie Weigl um 1700

Der Name Weigl erscheint schon in der ältesten Personenliste Bernhardsthals, der Geschädigtenliste von 1605 (der Bocskay-Aufstand führte 1605 zu schwersten Verwüstungen in unserer Gegend). In dieser erst 1614 erstellten Liste ist auch ein Hanns Weigl angeführt, wahrscheinlich mit Haus № 106, abgebrannt.

1631 erfolgte in Bernhardsthal eine Art „Volkszählung“. Hier wird Hans Weigel nicht mehr angeführt, aber Georg Weigl mit Frau Maria und den Kindern Hans (5), Katharina (3) und Barbara (1) und auch seiner 12-jährigen Schwester Katharina. Er wohnt als Inmann bei Martin Fleckel auf № 42. Daraus lässt sich schließen, dass Georg Weigl und seine Frau um 1600 geboren wurden. Georg ist wahrscheinlich ein Sohn vom schon verstorbenen Hans, da kein anderer Weigl in Bernhardsthal aufscheint.

In den Jahren 1634 und 1636 wird in Kaufverträgen das nach Hans Weigl anscheinend noch immer öde Haus № 106 erwähnt, dass schließlich 1637 Jakob Hörmann mit seiner Frau Barbara erwirbt. Diesem wird es auch 1663 - nach dem Feind - wieder zugesprochen.

Am 9. April 1636 wurde Georg Weigl mit seiner Frau Maria die „oedte und wueste Hoffstatt mit 4-jähriger Robathbefreiung zu nehmen bewilligt“, № 91, ein Halblehen, „öd von Thomas Ruezendorffer“.

Im ersten Grundbuch Bernhardsthals, 1644, wird Georg Weigl als Besitzer des Halblehens auf № 91 angeführt. Im Urbar dieses Jahres beträgt der Jahreszins für Georg Weigl 58 kr für 22,5 Gwanten Acker (dazu hatte er 1 Weingartl, 2 Gartl, aber keine Wiesn), der für den größten Bauern, Matthes Schultes auf № 104, 355 kr. für 78 Gwanten Acker.

1661 erwirbt ein Georg Weigl das Hauerhaus auf № 71 von Martin Uhler, das er aber 1665 an Andre Paumbecker um 9 fl 30 Kr weiterverkauft. Da 1631 kein Sohn Georg angeführt wird, kann dieser erst später geboren sein. Somit dürfte Vater Georg der Käufer gewesen sein, der es für sich oder für seinen Sohn erwarb.

1666 erheiratet Georg Weigl, vermutlich ein Sohn des oben genannten Georg, das auf 40 Gulden geschätzte Halblehen auf № 101 nach Thomas Eybl. Dieses Halblehen wird ihm 1687 wieder bestätigt, als Nachlass übernimmt es 1696 sein Sohn Hans Weigl.

Nach den Angaben im Sterberegister wurde Hans Weigl 1660 geboren, Matriken gibt es in Bernhardsthal erst ab 1700. Aus seiner Ehe mit Eva sind uns 3 Töchter bekannt: Maria, geboren 1693, verh. mit Michael Bohrn, Elisabeth, geb. 1696, verh. mit Mathias Kellner und die 1706 gleich nach der Geburt verstorbene Katharina. Eva Weigl starb 42-jährig am 1. Dezember 1706.

Hans Weigl heiratete am 6. März 1707 Magdalena Haintz, die Tochter des Halblehners Valentin Haintz und seiner Frau Eva auf № 95. Aus der Ehe mit Magdalena sind uns 5 Kinder bekannt. Zwei starben gleich nach der Geburt: Lorenz 1709 und Juliana 1716. Von Katharina, geboren 1710, und Martin, geboren 1712, wissen wir weiter nichts. Auch in den Matriken der Nachbargemeinden konnte ich sie vorerst nicht finden. Das älteste Kind dieser Ehe, Peter, geboren 1708, heiratete 1730 die Witwe Barbara Weitzenecker/Schultes von № 13.

Die am 15. September 1700, als Tochter des späteren Ortsrichters Georg Weitzenecker auf № 95 geborene Barbara heiratete 1722 den Witwer Christoff Schultes, der im selben Jahr № 13 um 350 Gulden kaufte. Schultes Christoff wird als Käufer noch mit dem Kauf des Presshauses und Kellers (heute № 58), dem einer Erlaswiese und eines Bienengartens in der Au im Gewährbuch erwähnt.

Von den 6 Kindern dieser Ehe überlebte nur Josef Schultes das Kindesalter und heiratete 1747 Katharina Bohrn, eine Tochter von Maria Weigl und Michel Bohrn (siehe oben). Aus dieser Ehe stammten 9 Kinder, wovon 3 ein hohes Alter erreichten und in zahlreichen Stammbäumen Bernhardsthals aufscheinen.

Christoff Schultes, Ortsrichter, fürstl. Fischmeister usw., starb 60-jährig am 1. Februar 1730, die 30-jährige Witwe Barbara ehelichte Peter Weigl am 6. August 1730. Aus dieser Ehe sind uns 5 Kinder bekannt, 2 davon starben im Kindesalter. Über die 3 überlebenden Töchter, Anna, Barbara und Katharina … siehe Stammbaum.

Zurück zu Hans Weigl. Im Gewährbuch scheint er letztmalig 1712 als Käufer eines Weingartels auf.

Im Sterberegister ist er am 20. Dezember 1716 als Joannes Weigl, Nachbar (=Bauer) und fürstl. Fischmeister eingetragen.

In meinem eigenen Stammbaum liegt Hans Weigl 2mal in der 9ten Generation, für die meisten Bernhardsthaler also in der 10ten oder 11ten Generation. Eine Auflistung der heutigen Nachfahren ist einfach von der Menge her auch nur für Bernhardsthal ein Roman, also unsinnig.

Ich habe es dennoch für 5 Generationen versucht. In diesen haben fast 200 Nachfahren geheiratet. In der Annahme, diese Vermehrungsrate wäre gleich geblieben, so wären das nun 200 x 200 Nachfahren, unter Einbeziehung der Nachfahren seiner Frau Barbara mit Christoff Schultes, … verzeihen Sie bitte, dass nun sogar ich aufgegeben habe zu rechnen.

Ausgehend von dieser Liste der 5. Generation kann man für Bernhardsthal mit Hilfe der Hausbesitzerliste, zwar nicht ohne Mühe, seine eigene Abkunft von Hans Weigl nachweisen.

Die ersten 5 Generationen der Nachkommen des Johann Weigel sind als ausdruckbare Datei aufgelistet und können mit der Schaltfläche "Download" heruntergeladen werden.

Download  (100kByte)

In der 5. Generation sind in obiger Liste bereits 300 Familien zu finden. Viele Bernhardsthaler kennen vermutlich ihren eigenen Stammbaum bis in das 19. Jahrhundert und können nun mit dieser Datei bis in das 17. Jahrhundert zurückblicken.

 

Bernhardsthal, März 2016                  Friedel Stratjel


 

Johannes Nepomuk oder Johannes von Pomuk

Quelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0 AT), ergänzt

Johannes Nepomuk oder Johannes von Pomuk, lat.: Joannes de Pomuk, tschech.: Jan Nepomucký oder Jan z Pomuka,
* um 1350 in Pomuk bei Pilsen;
† 20. März 1393 in Prag
war ein böhmischer Priester und Märtyrer.
Er wurde 1721 selig- und 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen.
Er gilt als „Brückenheiliger“, liebevoll „Bruckn-Hansl“.

Leben

Johannes Nepomuk wurde als Johannes Welflin oder Wolfflin im westböhmischen Pomuk (heute Nepomuk) geboren und entstammte vermutlich einer deutsch-böhmischen Familie. Pomuk gehörte zur Grundherrschaft des gleichnamigen Stifts der Zisterzienser. Sein Vater Welfin ist möglicherweise identisch mit dem 1355 bis 1367 in Pomuk wirkenden Ortsrichter. Johannes gehörte als Familiare (domesticus commensalis) zum Gefolge des Erzbischofs von Prag und ist seit 1369 als Notar, Protonotar und Sekretär (notarius, prothonotarius cancellarie) in der Kanzlei des Erzbistums belegt. 1370 wird er erstmals als Kleriker genannt. Mit seiner Priesterweihe im Jahre 1380 übernahm er den Titel eines Altarpriesters bei den Heiligen Erhard und Ottilie in der Veitskirche und erhielt die gut dotierte Pfarrstelle an der Galluskirche. Er studierte zunächst an der Juristenuniversität von Prag und setzte sein Studium nach dem juristische Examen (1381 Bacc. iur.) an der Universität Padua fort, wo er 1386 als Rektor der transmontanen Studentenschaft genannt wird und 1387 das Doktorat des Kirchenrechts (Dr. iur. can.) erlangte. Nach der Rückkehr aus Padua tauschte er ein Kanonikat an der Ägidiuskirche in Prag gegen einen Platz im Vyšehrader Kollegiatkapitel, dessen Anwalt er 1389 wurde. Im September desselben Jahres ernannte ihn der Prager Erzbischof Johann von Jenstein (a. 1378–1396) zu einem seiner beiden Generalvikare neben Nikolaus Puchník von Černice. 1390 tauschte Johannes seine Pfarrpfründe mit dem Titel eines Erzdiakons von Saaz.

Im Zusammenhang mit dem Streit um die Lösung des Großen Abendländischen Schismas kam es zu Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel IV. und seinem früheren Kanzler, dem Erzbischof Johannes Jenstein von Prag. Dabei ging es auch um die Ernennung von Bischöfen und die Übertragung hoher kirchlicher Ämter in Böhmen. 1392 übergab der Erzbischof König Wenzel eine Beschwerdeschrift, mit der er eine Klärung der kirchenrechtlichen Verhältnisse erreichen wollte und sich gegen die Unterdrückung der Kirche und des Klerus wandte. Der König verweigerte eine Antwort und beabsichtigte, den kirchlichen und wirtschaftlichen Einfluss des Erzbischofs zu schmälern. Zu diesem Zweck plante er, das Gebiet des Erzbistums Prag durch Errichtung eines westböhmischen Bistums Kladrau zu verkleinern. Zur Dotation dieses Bistums sah er das reiche Benediktinerkloster Kladrau vor, dem 87 Dörfer unterstanden. Nach dem Tode des Kladrauer Abtes Racek sollte eigentlich der königliche Kandidat Wenzel Gerard von Burenitz zu dessen Nachfolger und gleichzeitig zum ersten Bischof des neu zu errichtenden Bistums Kladrau ernannt werden. Doch die Mönche wählten am 7. März 1393 ihren Mitbruder Olen zum Abt. Nach Vorlage des Wahlbriefs bestätigte der erzbischöfliche Generalvikar Johannes von Pomuk am 10. März 1393 auf Weisung des Erzbischofs diese Wahl sehr zügig innerhalb von drei Tagen. Der König konnte auf Grund seiner Abwesenheit – er befand sich gerade auf der Burg Křivoklát – die Einspruchsfrist nicht einhalten.

Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung wurde Johannes von Pomuk zusammen mit anderen erzbischöflichen Beamten verhaftet und gefoltert, während dem Erzbischof selbst die Flucht gelang. Als ranghöchster, seiner Herkunft nach aber unbedeutendster Bischofsvertreter wurde Johannes Nepomuk schließlich von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt. Die Leiche des im Wasser Treibenden soll der Legende nach von fünf Flammen umsäumt gewesen sein, weswegen Johannes Nepomuk oft mit fünf Sternen um sein Haupt abgebildet wird. Nach einer anderen Legende trocknete die Moldau aus, und der Leib des Toten konnte auf diese Weise aufgefunden werden. Tatsächlich wurde der ans Ufer gespülte Leichnam zuerst in der Heilig-Kreuz-Kirche bestattet. 1396 ließ ihn der Nachfolger des Erzbischofs in den Prager Veitsdom überführen.

Schon unmittelbar nach der Tat nannte Johann von Jenstein seinen ermordeten Generalvikar in einem (1752 in Prag entdeckten) Beschwerdebrief an Papst Bonifatius IX. einen Märtyrer, und auch in der wenige Jahre später von einem ihm nahestehenden Kleriker verfassten Biographie des Erzbischofs wird Jan Nepomuk als „glorreicher Märtyrer Christi, der viele Wunder veranlasst“ (gloriosum Christi martyrem miraculisque coruscum), bezeichnet. Das Andenken an den getöteten Priester wurde in Prag gepflegt, und schon kurze Zeit später entstanden Legenden und Wunderberichte. Vor allem eine Reihe von Hagiographien aus dem 15. Jahrhundert schmückten die Lebensgeschichte mit unhistorischen Motiven aus.

Legende und Verehrung

Nach der Legende, die zur späteren Heiligsprechung des Johannes Nepomuk führte, entsprang sein Streit mit dem König nicht dem kirchenpolitischen Konflikt, sondern seiner Weigerung, das Beichtgeheimnis zu brechen. Demnach habe der Priester dem König nicht preisgeben wollen, was dessen von Wenzel der Untreue verdächtigte Frau ihm anvertraut hatte. Deshalb habe Wenzel ihn foltern und anschließend von der Prager Karlsbrücke ins Wasser stürzen lassen. Erstmals ist diese Version der Martyriumsgeschichte in dem um 1450 entstandenen Liber Augustalis („Kaiserchronik“) des Wiener Chronisten Thomas Ebendorfer belegt, der ihre Verbreitung für das Jahr 1433 attestiert.

Zeitweise wurde zwischen zwei Personen gleichen Namens unterschieden und die Legende vom standhaften Beichtvater der Königin einem anderen Jan Nepomuk zugeschrieben als dem historischen Generalvikar Johannes von Pomuk. Diese zuerst von dem böhmischen Chronisten Václav Hájek z Libočan († 1553) vorgenommene Unterscheidung spielte noch im Prozess zur Selig- und Heiligsprechung durch die Kirche im 18. Jahrhundert eine Rolle und man beschränkte die Kanonisation auf die mit der Wahrung des Beichtgeheimnisses in Verbindung gebrachte Gestalt.

Die Verehrung Jan Nepomuks in Böhmen nahm im 16. Jahrhundert zu, erreichte ihre Blüte allerdings erst mit den Rekatholisierungsbemühungen des 17. Jahrhunderts. Sie wurde dabei auch als Gegenkult inszeniert, um die Verehrung des tschechischen Reformators Jan Hus zu verdrängen, der ebenfalls in Prag und beinahe zeitgleich mit Nepomuk als Priester und Theologe gewirkt hatte und tatsächlich Beichtiger der Königin Sophie von Böhmen gewesen war, der zweiten Ehefrau König Wenzel IV. Im Dreißigjährigen Krieg ließ Graf Jaroslav Bořita von Martinitz in seinem Prager Palais eine Nepomukkapelle errichten. Der Prager Erzbischof Ernst Adalbert von Harrach bemühte sich als Erster um die Heiligsprechung und wurde darin seit den 1670er Jahren auch von Kaiser Leopold I. persönlich unterstützt.

 Im Rahmen des Kanonisationsprozesses wurde am 15. April 1719 das Grab im Veitsdom untersucht, wobei ein durch äußere Verletzungen gezeichnetes Skelett mit unversehrter Zunge gefunden worden sein soll. Als Postulator fidei wurde das Verfahren von Prospero Lambertini, dem späteren Papst Benedikt XIV., gegen den Widerstand des Jesuitenordens vorangetrieben.

In NÖ gab es bereits vor der Seligsprechung 1721 45 Nepomukstatuen, darunter die in Bernhardsthal. Die Nepomukstatue des Pfarrers Pusch erhielt erst 1729 die Consistorial-Bewilligung. In der Wikipediaaufstellung findet man im Bezirk Mistelbach über 100 Nepomukstatuen.

Schließlich wurde Johannes Nepomuk 1721 von Papst Innozenz XIII. zuerst selig- und am 19. März 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen. Auf einigen barocken Darstellungen aus den dazwischen liegenden Jahren findet sich daher nur das Attribut beatus (selig) statt sanctus (heilig).

 

 Hochgrab im Veitsdom, Foto: Ralf Engelberger (CC BY-SA 3.0 AT)

 Johannes Nepomuks Begräbnisstätte im Veitsdom wurde im Jahre 1736 vom Wiener Silbermeister Johann Joseph Wirth nach einer Modelletto von Antonio Corradini und nach einer Zeichnung von Joseph Emanuel Fischer von Erlach im Stil des Hochbarocks neu gestaltet und 1748 mit Statuen der vier Kardinaltugenden ergänzt. Das kunsthistorisch bemerkenswerte Hochgrab des Heiligen besteht aus 1,68 Tonnen Silber.

In der Folge erlangte der heilige Nepomuk eine große Popularität bei allen Bevölkerungs-schichten und drängte im 18. Jahrhundert den böhmischen Nationalheiligen Wenzel in den Hintergrund. Auch in den anderen Ländern der Habsburgermonarchie entstand ein reger Nepomukkult, der neben den österreichischen Ländern bis nach Pavia, ins Banat und die österreichische Walachei reichte. Obwohl nicht offiziell als solcher installiert, kann Nepomuk für die Zeit des Barock als „Staatsheiliger“ des gesamten Habsburgerreiches gelten.

Festtag

Festtag des hl. Johannes Nepomuk ist der 16. Mai.

Patronate

Johannes von Nepomuk gilt als Schutzpatron:

von Böhmen, Bayern, Salzburg, Seckau, Correggio, Prag, Banat und Santander
der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer und Müller
des Beichtgeheimnisses
für Verschwiegenheit
gegen Wassergefahren
der Brücken

Daneben ist er Patron zahlreicher Kirchen. Seine Hilfe wird erbeten bei Verleumdung, bei Wassergefahr und steht ein für Ehre und Verschwiegenheit.

Brückenheiliger

Neben Kreuzen und Mariendarstellungen sind Skulpturen des heiligen Nepomuk die in katholischen Gebieten Süddeutschlands, Böhmens, Mährens und Österreichs am häufigsten außerhalb von Kirchenbauwerken in freier Landschaft anzutreffenden christlichen Steinfiguren. Sehr häufig stehen Statuen des Heiligen auf oder neben Brücken. Die bekannteste von ihnen, die 1683 von Johann Brokoff geschaffen wurde, befindet sich auf der Prager Karlsbrücke an der Stelle, wo der Heilige in die Moldau gestürzt wurde.

Ikonographie

Bildliche Darstellungen zeigen den heiligen Nepomuk meist als kurzbärtigen Kleriker mit einem Kreuz in einer Hand und bisweilen – als Zeichen der Verschwiegenheit – mit einer Hand oder dem Zeigefinger vor dem Mund. Gelegentlich wird ihm stattdessen ein Putto mit Schweigegestus hinzugefügt. Sein Heiligenschein zeigt fünf Sterne, die als die fünf Buchstaben des lateinischen Wortes tacui („ich schwieg“) gedeutet werden. Als Zeichen seines kirchlichen Ranges trägt er in der Regel ein halblanges Cape, die Mozetta, meist aus Pelz (üblicherweise Feh oder Hermelin) oder aus Stoff. Weitere klerikale ikonographische Attribute sind das Birett und das Chorhemd; außerdem wird er öfters mit einem Buch (als Gelehrtenattribut) oder einem Palmzweig (als Märtyrerattribut) dargestellt.

In Gruppendarstellungen ist er vor allem mit anderen heiligen Priestern zu sehen, besonders häufig mit dem heiligen Jesuiten Franz-Xaver, aber auch mit Karl Borromäus oder Antonius von Padua. Daneben wird er in Gruppen mit anderen böhmischen Landespatronen wie dem heiligen Iwan und dem heiligen Norbert von Xanten dargestellt. Außerdem sind Darstellungen geläufig, die ihn in Begleitung personifizierter Tugenden zeigen.

In der Volkskunst Böhmens, Süddeutschlands und Österreichs war die Darstellung der Nepomukszunge (als Symbol der Verschwiegenheit) verbreitet, die häufig auch in Klosterarbeiten in Form eines roten Halbovals aus Wachs mit verschiedenen Verzierungen hergestellt wurde. Kurios ist eine Darstellung aus Gersthofen bei Augsburg aus dem Jahre 1754, in der Nepomuk zusammen mit dem heiligen Antonius auftritt und beide ihre Zungen in der Hand halten (bei Letzterem ist sie kein Zeichen der Verschwiegenheit, sondern des Predigttalents).