Jungsteinzeit: 4.500-1.800 v. Chr.

Raum 1, Webstuhl 4 und Vitrine 5

Nach der letzten Kaltzeit folgt schon in der geologischen Gegenwart die Jungsteinzeit. Trotz einiger kleinerer Klimaschwankungen wird die Naturlandschaft nun kultiviert. Der Mensch wird sesshaft und beginnt mit Ackerbau und Viehzucht; er geht von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaft über. Gefäße aus Ton werden erzeugt und neben zugeschlagenen Feuersteingeräten gibt es fein geschliffene Werkzeuge aus weicheren Materialien.

Kann aus der älteren Jungsteinzeit, der sog. Linearkeramik, nur eine Kopie eines kompletten Bombengefäßes und das Foto einer Hausrekonstruktion im Museum für Urgeschichte in Asparn/Zaya geboten werden, so liegen aus der mittleren Periode (Lengyel-Kultur) Originale vom Ort vor: inmitten des frühbronzezeitlichen Hockergräberfeldes, Flur Unfrieden (ehemalige Gemeindesandgrube; Abb. 3, Nr. 1), kamen auch Siedlungsreste und eine Hundebestattung der Jungsteinzeit zutage; ausgestellt sind ein großes Vorratsgefäß mit Knubben und ein Fußgefäß. Von zahlreichen weiteren Fundstellen stammen Feuersteingeräte (Nuklei = Rohstücke; Messer, Sägen, Pfeilspitzen ... ), zugeschliffene Steinwerkzeuge (Loch- und Flachbeile, Hobel), Klopf- und Mahlsteine, Knochengeräte (Pfrieme, Ahlen, Spatel ... ), Webgewichte und Netzsenker. An das Ende der Jungsteinzeit ist das fragmentierte Großgefäß mit interessanter plastischer Zier zu stellen. Ein Modell einer Bohrmaschine für Lochbeile und eines Webstuhles runden das Bild vom Leben in der Jungsteinzeit ab.